Die Unterstützung Israels in der amerikanischen Bevölkerung scheint sich weiter zu verändern. Einer aktuellen Umfrage der Quinnipiac University zufolge sind inzwischen 48 Prozent der registrierten US-Wähler der Ansicht, dass die Vereinigten Staaten Israel zu stark unterstützen. Das ist der höchste Wert, seit das Meinungsforschungsinstitut diese Frage im Jahr 2017 regelmäßig erhebt. Demgegenüber finden 38 Prozent, die amerikanische Unterstützung für Israel sei angemessen. Lediglich 7 Prozent vertreten die Auffassung, die USA würden Israel nicht ausreichend unterstützen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Parteien
Besonders deutlich fallen die Unterschiede zwischen den politischen Lagern aus. Unter den Demokraten sagen 66 Prozent, Washington unterstütze Israel zu stark. Nur 18 Prozent halten die derzeitige Politik für angemessen.
Bei den Republikanern zeigt sich ein nahezu gegenteiliges Bild: 69 Prozent bewerten die amerikanische Unterstützung als angemessen, während lediglich 20 Prozent meinen, die USA gingen zu weit. Unter parteilosen Wählern vertreten 55 Prozent die Auffassung, dass Washington Israel übermäßig unterstütze.
Ein langfristiger Trend
Die aktuellen Zahlen stehen nicht für sich allein. Bereits andere Umfragen der vergangenen Monate hatten darauf hingewiesen, dass sich insbesondere bei jüngeren Amerikanern und innerhalb der Demokratischen Partei die Haltung gegenüber Israel verändert. Während die sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen den USA und Israel weiterhin von einer breiten politischen Mehrheit getragen wird, wächst zugleich die Kritik an der israelischen Regierung und ihrem Vorgehen im Gazakrieg.
Experten führen den Meinungswandel unter anderem auf die seit Oktober 2023 anhaltenden Bilder aus dem Gazastreifen, die intensive Berichterstattung sowie die zunehmende Polarisierung der amerikanischen Innenpolitik zurück. Die Debatte über das richtige Maß amerikanischer Unterstützung für Israel dürfte daher auch in den kommenden Monaten ein zentrales außenpolitisches Thema in den USA bleiben.
Auswirkungen auf die amerikanische Politik
Für die politische Führung in Washington stellen die Ergebnisse eine Herausforderung dar. Die Vereinigten Staaten gelten seit Jahrzehnten als engster Verbündeter Israels. Gleichzeitig wächst der Druck aus Teilen der Bevölkerung und insbesondere innerhalb der Demokratischen Partei, die amerikanische Nahostpolitik kritischer zu hinterfragen.
Ob sich dieser Stimmungswandel langfristig auch auf die konkrete US-Außenpolitik auswirkt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten heute deutlich differenzierter ist als noch vor wenigen Jahren – ein Trend, der die politische Debatte über das amerikanisch-israelische Verhältnis nachhaltig prägen dürfte.
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