USA und Iran: Verhandlungen ohne Durchbruch – Hoffnung auf ein mögliches Abkommen bleibt

Drohnenangriff auf Israel
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Die diplomatischen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stehen weiterhin an einem kritischen Punkt. Zwar berichten Vertreter der US-Regierung von Fortschritten in den jüngsten Gesprächen, doch ein endgültiger Durchbruch bleibt bislang aus. Nach einem Treffen in Islamabad, das am Wochenende ohne Ergebnis endete, versuchen Vermittler nun, beide Seiten erneut an den Verhandlungstisch zu bringen.

US-Vizepräsident JD Vance, der die amerikanische Delegation leitete, erklärte in einem Interview, dass zwar „viel Fortschritt“ erzielt worden sei, nun jedoch der Iran am Zug sei. Die iranische Delegation habe während der Gespräche offenbar nicht die notwendige Autorität gehabt, um ein Abkommen zu schließen. Laut Vance müsse die Delegation zunächst in Teheran die Zustimmung der politischen Führung einholen.

Die Vereinigten Staaten haben dabei mehrere klare Bedingungen formuliert. Aus Sicht Washingtons müsse der Iran sein hoch angereichertes Uran außer Landes bringen und eine eindeutige Verpflichtung eingehen, keine Atomwaffen zu entwickeln. Nur unter diesen Voraussetzungen könne ein umfassendes Abkommen zustande kommen.

Vance betonte zugleich, dass die USA grundsätzlich bereit seien, eine Normalisierung der Beziehungen zu unterstützen. Ein wirtschaftlich stabiles und international integriertes Iran liege auch im Interesse Washingtons. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass das Land sowohl auf ein militärisches Atomprogramm als auch auf die Unterstützung terroristischer Aktivitäten verzichte. Wenn der Iran diese Bedingungen akzeptiere, könne ein Abkommen entstehen, das beiden Seiten zugutekomme.

Vermittler bemühen sich um neue Gesprächsrunde

Trotz des vorläufigen Scheiterns der Gespräche sehen Beobachter den diplomatischen Prozess keineswegs als beendet. Mehrere Staaten bemühen sich derzeit aktiv darum, eine neue Verhandlungsrunde zu organisieren. Pakistan, das bereits Gastgeber des ersten Treffens war, hat angeboten, in den kommenden Tagen erneut Gespräche auszurichten.

Neben Pakistan versuchen auch Ägypten und die Türkei, zwischen Washington und Teheran zu vermitteln. Ziel der diplomatischen Bemühungen ist entweder ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Konflikts oder zumindest eine Verlängerung der derzeit geltenden Waffenruhe.

Berichten zufolge gibt es inhaltlich bereits gewisse Annäherungen. Die USA sollen während der Gespräche vorgeschlagen haben, dass der Iran seine Urananreicherung für zwanzig Jahre einfriert, statt sie dauerhaft zu beenden. Im Gegenzug könnte es eine Lockerung der Sanktionen geben.

Iran zeigte sich grundsätzlich offen für ein Einfrieren des Programms, allerdings nur für einen deutlich kürzeren Zeitraum. Nach verschiedenen Berichten brachte Teheran eine Frist von weniger als zehn Jahren ins Gespräch, während andere Quellen sogar von lediglich fünf Jahren sprechen. Dieses Angebot soll jedoch von US-Präsident Donald Trump abgelehnt worden sein.

Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit dem bereits vorhandenen Vorrat an hoch angereichertem Uran. Während die USA verlangen, dass dieses Material aus dem Land exportiert wird, schlägt der Iran vor, es unter Aufsicht der Internationalen Atomenergieorganisation innerhalb des Landes zu verdünnen.

Der Streit um die Straße von Hormus

Neben dem Atomprogramm steht ein weiterer zentraler Konfliktpunkt auf der Agenda der Gespräche: die Straße von Hormus. Diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zählt zu den wichtigsten Energie-Transportwegen der Welt. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gaslieferungen passieren normalerweise diese Route.

Seit mehr als sieben Wochen ist die Passage jedoch weitgehend blockiert. Der Iran hatte die Straße geschlossen, nachdem die USA und Israel Ende Februar eine groß angelegte militärische Kampagne gegen iranische Ziele begonnen hatten. Zwar lässt Teheran vereinzelt Schiffe passieren, verlangt dafür jedoch extrem hohe Gebühren.

Als Reaktion darauf ordnete Washington eine Blockade iranischer Häfen an. Die US-Marine überwacht seither die Region und versucht, den Druck auf Teheran weiter zu erhöhen. Die Maßnahme sorgt jedoch international für Kritik, da viele Staaten befürchten, dass sie die ohnehin angespannte Lage auf den Energiemärkten weiter verschärfen könnte.

Mehrere NATO-Verbündete, darunter Großbritannien und Frankreich, erklärten bereits, dass sie sich nicht an der amerikanischen Blockade beteiligen werden. Stattdessen rufen sie zur Wiederöffnung der wichtigen Handelsroute auf.

Waffenruhe als Zeitfenster für Diplomatie

Der aktuelle diplomatische Wettlauf findet vor dem Hintergrund einer fragilen Waffenruhe statt. Nach wochenlangen Kämpfen hatten die USA und der Iran vergangene Woche eine zweiwöchige Feuerpause vereinbart, der auch Israel zugestimmt hat.

Türkische Vermittler schlagen nun vor, diese Waffenruhe um weitere 45 bis 60 Tage zu verlängern. Eine solche Verlängerung könnte beiden Seiten mehr Zeit geben, um einen Kompromiss zu finden.

Ob es tatsächlich zu einem umfassenden Abkommen kommt, bleibt jedoch ungewiss. Während Washington betont, bereits weitreichende Angebote gemacht zu haben, sieht Teheran zentrale Forderungen als Eingriff in seine nationale Souveränität.

Dennoch halten viele Diplomaten ein großes Abkommen weiterhin für möglich. Entscheidend wird sein, ob beide Seiten bereit sind, bei den zentralen Streitpunkten – Atomprogramm, Sanktionen und Kontrolle der Straße von Hormus – die notwendigen Kompromisse einzugehen.