Iran: „20 Minuten Internet unter Aufsicht“ – iranische Unternehmer nennen es demütigend

Iran: „20 Minuten Internet unter Aufsicht“ – iranische Unternehmer nennen es demütigend
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„20 Minuten Internet unter Aufsicht“ – iranische Unternehmer nennen es demütigend

Während anhaltender Internetabschaltungen bietet der iranische Staat Händlern und Wirtschaftsakteuren einen zynischen „Ersatz“ an: streng begrenzten, kontingentierten Internetzugang. In vielen Städten sind es 20 bis 30 Minuten pro Tag, ohne VPN, unter Aufsicht eines staatlichen Beobachters.

Der Zugang ist an mehrstufige Identitätsprüfungen geknüpft: berufliche Nachweise, persönliche Daten, Abgabe von Kommunikationsgeräten. Reicht die Zeit nicht aus, beginnt der gesamte Kontrollprozess von vorn.

Viele Mitglieder der Handelskammern sprechen offen von einer ineffizienten, entwürdigenden und lähmenden Maßnahme. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Vertrauen wird zerstört.

Diese Politik ist kein technisches Problem.
Sie ist Teil der Repressionsstrategie des islamischen Regimes.

Schon in den letzten Jahren hat der Staat das Internet systematisch als Werkzeug genutzt:
bei landesweiten Protesten, bei sicherheitspolitischen Krisen, bei jeder Form von Widerstand. Auch während der Proteste im Januar 2026 wurde erneut das bekannte Muster angewandt: flächendeckende Abschaltung, massive Störungen im Mobil- und Festnetz, Abschneiden der Bevölkerung von der Außenwelt.

Einigen Unternehmern wurde sogar schriftlich untersagt, Dateien oder Informationen über die Proteste zu versenden.

NetBlocks, die internationale Beobachtungsstelle für Internetfreiheit, spricht von einer „nahezu vollständigen Informationsabschaltung“. Laut ihren Daten ist die Internetverbindung im Iran auf rund 1 % des Normalniveaus gefallen – seit über zwei Wochen.

Was hier passiert, ist mehr als schlechte Krisensteuerung.
Es ist ein kontrolliertes Schweigen.

Viele Expertinnen und Experten sehen darin den nächsten Schritt hin zu einem „klassifizierten Internet“:
Zugang nur noch mit Genehmigung.
Nach Berufsstatus.
Nach politischer Zuverlässigkeit.

Diese Internetpolitik dient einem Zweck:
👉 Die Welt soll nichts über das erfahren, was auf Irans Straßen geschieht.
👉 Über Gewalt. Über Tote. Über Massaker.

Digitale Abschaltung ist Repression.
Und Schweigen ist kein Zufall.