Kubas Makkabi-Team trotzt allen Hindernissen: Eine außergewöhnliche Reise zu den Makkabi-Spielen in Israel

Die israelische und kubanische Flagge im Wind vor einem Sonnenuntergang
Lesezeit: 2 Minuten

Für viele Sportlerinnen und Sportler beginnt die Teilnahme an den Makkabi-Spielen mit einem Flug nach Israel. Für die kubanische Delegation wurde die Anreise in diesem Jahr jedoch zu einer außergewöhnlichen Reise über fünf Länder innerhalb von nur vier Tagen – ein logistischer Kraftakt, der eindrucksvoll zeigt, mit welcher Entschlossenheit jüdisches Leben selbst unter schwierigsten Bedingungen gelebt wird.

Die 22. Makkabiade gilt als größte jüdische Sportveranstaltung der Welt und bringt Tausende Athletinnen und Athleten aus rund 60 Ländern nach Israel zusammen. Während Delegationen aus den meisten Staaten vergleichsweise unkompliziert anreisen konnten, sah sich das kubanische Team mit erheblichen Reisebeschränkungen konfrontiert.

Vier Tage, fünf Länder, ein Ziel

Die kubanische Delegation bestand in diesem Jahr aus 52 Sportlerinnen und Sportlern. Ein großer Teil lebt inzwischen nach der Alija dauerhaft in Israel. Für die 29 Delegationsmitglieder, die noch auf Kuba leben, wurde die Reise jedoch zu einer wahren Geduldsprobe.

Direkte Flugverbindungen zwischen Kuba und Israel existieren nicht. Hinzu kommen wirtschaftliche Schwierigkeiten, komplizierte Visa-Bestimmungen und begrenzte internationale Flugmöglichkeiten. Um dennoch rechtzeitig zur Eröffnungsfeier einzutreffen, führte die Route die Sportler über insgesamt fünf Länder innerhalb von vier Tagen. Mehrere Flüge, lange Wartezeiten und kurzfristige Änderungen gehörten ebenso dazu wie die ständige Unsicherheit, ob alle Anschlüsse erreicht werden würden.

Eine kleine, aber lebendige jüdische Gemeinschaft

Die jüdische Gemeinde Kubas zählt heute nur noch rund 1.000 Mitglieder. Nach der kubanischen Revolution verließen viele Jüdinnen und Juden das Land. Dennoch ist das Gemeindeleben bis heute aktiv und wird unter anderem durch jüdische Kulturzentren, Synagogen und internationale Unterstützung getragen.
Die Teilnahme an den Makkabi-Spielen besitzt für viele kubanische Jüdinnen und Juden deshalb eine besondere Bedeutung. Sie ist weit mehr als ein sportlicher Wettbewerb – sie schafft Begegnungen mit der weltweiten jüdischen Gemeinschaft und stärkt die Verbindung zu Israel.

Makkabi als Symbol jüdischer Verbundenheit

Für Delegationsleiterin Hella Eskenazi ist die beschwerliche Anreise inzwischen fast zur Routine geworden. Bereits vor nahezu drei Jahrzehnten nahm sie erstmals an den Makkabi-Spielen teil. Einfacher sei die Reise seitdem allerdings nicht geworden. Gerade deshalb sei jede erfolgreiche Teilnahme ein Zeichen dafür, dass sich Beharrlichkeit und Zusammenhalt auszahlen.

Die Geschichte der kubanischen Delegation verdeutlicht, dass die Makkabiade weit über den sportlichen Wettbewerb hinausgeht. Sie verbindet jüdische Gemeinschaften aus aller Welt – unabhängig davon, wie groß sie sind oder welche Hürden sie überwinden müssen.

Für die Athletinnen und Athleten aus Kuba war die Reise nach Israel daher bereits vor dem ersten Wettkampf ein Erfolg: Sie bewiesen, dass selbst tausende Kilometer, politische Grenzen und komplizierte Reisebedingungen den Wunsch nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit nicht aufhalten können.

Raawi ist unabhängig.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, kannst du helfen, dass solche Inhalte weiterhin entstehen.
Werde Teil der Raawi-Community.

Raawi unterstützen