Steuererklärung mit einem Klick: Hamburg treibt die Digitalisierung der Finanzverwaltung voran

Ein Laptop zeigt eine digitale Steuererklärung mit dem Hinweis „Steuererklärung mit einem Klick“. Eine Hand bestätigt den vorbereiteten Erklärungsvorschlag per Klick. Im Hintergrund ist die Hamburger Skyline zu sehen – Symbol für die Digitalisierung der Steuerverwaltung.
Lesezeit: 2 Minuten

Die Steuererklärung gehört für viele Menschen zu den unbeliebtesten Aufgaben des Jahres. Hamburg möchte das ändern und setzt dabei konsequent auf Digitalisierung. Mit dem Projekt „Steuererklärung mit einem Klick“ sowie dem ergänzenden Pilotprojekt AMSEL sollen Steuererklärungen künftig deutlich einfacher, schneller und komfortabler erledigt werden.

Ein Klick statt komplizierter Formulare

Bereits mehr als 83 Prozent aller Steuererklärungen werden in Hamburg inzwischen elektronisch eingereicht. Nun geht die Finanzverwaltung den nächsten Schritt: Bei der „Steuererklärung mit einem Klick“ erstellt das Finanzamt auf Basis bereits vorliegender Daten einen fertigen Erklärungsvorschlag. Steuerpflichtige müssen diesen lediglich prüfen, bei Bedarf ergänzen und anschließend digital bestätigen.

Das Angebot richtet sich zunächst an bestimmte Gruppen mit vergleichsweise einfachen Steuerfällen – darunter ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Bezieher von Alterseinkünften. Bundesweit könnten davon rund 11,5 Millionen Menschen profitieren.

AMSEL: Wenn das Finanzamt die Vorarbeit übernimmt

Parallel dazu testet Hamburg das Verfahren AMSEL („Ihre Steuer: Macht jetzt das Finanzamt für Sie!“). Dabei erhalten ausgewählte Steuerpflichtige – insbesondere Personen ohne ELSTER-Zugang – einen vorbereiteten Festsetzungsvorschlag. Stimmen sie diesem zu, kann der Steuerbescheid ohne klassische Steuererklärung erstellt werden. Das Pilotprojekt wird zunächst im Finanzamt Hamburg-Ost erprobt und soll später ausgeweitet werden.

Schnellere Bearbeitung und weniger Fehler

Nach Angaben der Hamburger Finanzbehörde bietet die Digitalisierung mehrere Vorteile. Plausibilitätsprüfungen verhindern viele typische Eingabefehler bereits während der Erstellung der Erklärung. Das reduziert Rückfragen der Finanzämter und ermöglicht bei einfachen Fällen häufig eine vollständig automatisierte Bearbeitung.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Hamburg bereits rund 22,8 Prozent der Einkommensteuerfälle vollständig maschinell bearbeitet. Das kann dazu führen, dass Steuererstattungen bereits innerhalb weniger Wochen ausgezahlt werden. Gleichzeitig plant die Stadt den Einsatz sogenannter Digital-Lotsen, die Bürgerinnen und Bürger bei der Nutzung der digitalen Angebote unterstützen sollen.

Trotzdem bleibt ein genauer Blick wichtig

Auch wenn die neue Funktion den Aufwand erheblich reduziert, ersetzt sie nicht die eigene Prüfung. Werbungskosten, Spenden, Handwerkerleistungen oder außergewöhnliche Belastungen werden dem Finanzamt häufig nicht automatisch bekannt und müssen weiterhin selbst ergänzt werden. Wer den Vorschlag ungeprüft übernimmt, könnte deshalb auf mögliche Steuererstattungen verzichten.

Ziel: Die vollständig digitale Steuererklärung

Für Hamburg ist das Projekt Teil der Modernisierungsinitiative „einfach.hamburg“. Langfristig verfolgt die Finanzverwaltung das Ziel, die Einkommensteuer vollständig zu digitalisieren und den Verwaltungsaufwand sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für die Finanzämter deutlich zu reduzieren.

Mit der „Steuererklärung mit einem Klick“ zeigt sich, wie digitale Verwaltungsleistungen den Alltag vereinfachen können – vorausgesetzt, die Nutzerinnen und Nutzer behalten ihre persönlichen Steuervergünstigungen weiterhin im Blick.

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