Jiddisch im Trailer: „Focker-In-Law“ bringt jüdischen Humor zurück auf die Leinwand

Kinoleinwand mit Vorhang
Lesezeit: 3 Minuten

Ein einziges Wort reicht manchmal, um eine ganze Welt aufzurufen. Im ersten Trailer zu „Focker-In-Law“, dem vierten Teil der beliebten Focker-Filmreihe, ist es das jiddische Wort „Mishpocha“ – Familie.

Die Szene ist typisch für den Humor der Reihe: Kevin Rawley (Owen Wilson), der wohlhabende Ex-Verlobte von Pam Byrnes-Focker, spricht mit Greg „Gaylord“ Focker (Ben Stiller), der sich einmal mehr mitten in familiären Turbulenzen wiederfindet.

„Ich liebe es, wie weit du für deine Mishpocha gehst“, sagt Kevin bewundernd.

Greg schaut irritiert zurück: „Mishpocha?“

Kevin erklärt geduldig: „Das heißt Familie auf Jiddisch.“

Greg reagiert trocken: „Ich weiß.“

Natürlich weiß er das. Schließlich stammt Greg selbst aus einer jüdischen Familie – ein Detail, das seit Beginn der Filmreihe immer wieder Teil des Humors ist.

Eine Komödienreihe über Familien – und ihre Abgründe

Die Focker-Filme gehören seit den frühen 2000er-Jahren zu den erfolgreichsten amerikanischen Familienkomödien. Alles begann mit „Meet the Parents“ (2000), der in Deutschland unter dem Titel „Meine Braut, ihr Vater und ich“ lief.

Im Zentrum steht Greg Focker, ein gutherziger Krankenpfleger aus einer jüdischen Familie, der versucht, den Vater seiner Freundin Pam von sich zu überzeugen. Dieser Vater ist allerdings Jack Byrnes, ein ehemaliger CIA-Agent und Vietnamveteran, gespielt von Robert De Niro – ein Mann, der Misstrauen praktisch zur Lebensphilosophie erhoben hat.

Jack hält Greg für völlig ungeeignet für seine Tochter. Von da an reiht sich eine Katastrophe an die nächste: misslungene Familienbesuche, peinliche Situationen, Lügen, die immer größer werden – und Greg, der verzweifelt versucht, alles wieder in Ordnung zu bringen.

Der zweite Film, „Meet the Fockers“ („Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“), führte schließlich Gregs Eltern ein: gespielt von Barbra Streisand und Dustin Hoffman, zwei Hollywood-Legenden, die den exzentrischen, liberalen Gegenpol zur kontrollierten Welt der Byrnes-Familie bildeten.

Eine neue Generation übernimmt

Im neuen Film „Focker-In-Law“ verschiebt sich der Fokus. Der Konflikt zwischen Greg und Jack ist inzwischen fast zur Tradition geworden – doch diesmal steht eine neue Generation im Mittelpunkt.

Greg und Pam haben mittlerweile erwachsene Kinder, und genau dort beginnt das nächste Familienchaos.

Neu in der Geschichte ist Olivia Jones, gespielt von Popstar Ariana Grande. Ihre Figur ist eine ehemalige FBI-Geiselverhandlerin – und möglicherweise bald Gregs Schwiegertochter.

Während Jack und Pam Olivia offenbar sofort ins Herz schließen, reagiert Greg skeptisch. Er befürchtet, dass sie seinen Sohn Henry manipulieren könnte oder zumindest zu großen Einfluss auf ihn ausübt. Damit findet Greg sich plötzlich in einer Rolle wieder, die ihm selbst nur allzu vertraut ist: der misstrauische Vater, der glaubt, den neuen Partner seines Kindes genau prüfen zu müssen. Ironischerweise übernimmt er damit genau das Verhalten, das ihn früher selbst zur Verzweiflung gebracht hat.

Bekannte Gesichter und neue Stars

Neben Ariana Grande erweitert der Film seine Besetzung um mehrere bekannte Schauspieler.

Skyler Gisondo spielt Greg und Pams Sohn Henry Focker, der offenbar sehr von Olivia beeindruckt ist. Gisondo hatte bereits früher mit Ben Stiller zusammengearbeitet und gilt in Hollywood als klassischer „nice Jewish boy“, wie Stiller ihn einmal augenzwinkernd bezeichnete.

Beanie Feldstein, bekannt aus Filmen wie Booksmart, übernimmt die Rolle von Samantha Focker, Gregs Tochter. In der neuen Geschichte taucht auch ihr Partner auf, gespielt von Eduardo Franco, der bereits in Booksmart an Feldsteins Seite zu sehen war.

Damit verschiebt sich das Zentrum der Handlung deutlich: von den Schwiegereltern-Konflikten der ersten Filme hin zu den Beziehungen der nächsten Generation.

Jüdischer Humor als Teil der DNA der Reihe

Die Focker-Filme haben jüdische Identität nie zum Hauptthema gemacht – aber sie war immer präsent. Oft geschieht das in kleinen Momenten, wie dem Wort „Mishpocha“ im Trailer oder früheren Szenen, in denen Gregs Herkunft beiläufig erwähnt wird.

Diese Details funktionieren vor allem deshalb, weil sie nicht belehrend wirken. Stattdessen werden sie Teil des typischen Focker-Humors: leicht selbstironisch, manchmal absurd, aber immer geprägt vom Aufeinandertreffen unterschiedlicher Familienkulturen.

Greg ist dabei die Figur, die zwischen all diesen Welten steht – zwischen seiner eigenen Familie, der dominanten Familie Byrnes und nun der nächsten Generation, die ihren eigenen Weg finden will.

Familienkomödie mit vertrautem Chaos

Ob „Focker-In-Law“ an den großen Erfolg der ersten Filme anknüpfen kann, wird sich erst nach dem Kinostart zeigen. Doch schon der erste Trailer deutet an, dass der Film auf jene Mischung setzt, die die Reihe berühmt gemacht hat:

Familienkonflikte, peinliche Situationen, Missverständnisse – und immer wieder Greg Focker, der versucht, alles zusammenzuhalten.

Oder, um es mit einem jiddischen Wort zu sagen: die Mishpocha.

Raawi ist unabhängig.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, kannst du helfen, dass solche Inhalte weiterhin entstehen.
Werde Teil der Raawi-Community.

Raawi unterstützen