Schabbat ist ein Tag der Heiligkeit, der sich von den anderen Tagen der Woche abhebt. Die besonderen Regeln, die den Schabbat betreffen, bewahren seine Heiligkeit und seine Schönheit.

Die einmalige Qualität des Schabbat leitet sich von zwei Arten von Mizwot ab: die Mizwot der Heiligung, wie Kerzenzünden und Kiddusch; und die gleichwichtigen Mizwot, welche es verlangen, dass wir uns bestimmter Arbeiten und Tätigkeiten enthalten. Die Verbote von “Arbeit” sind ein wesentlicher Bestandteil des Schabbat als einem Tag, an dem sich Körper und Seele in wahrer Harmonie befinden.

Diese zwei Aspekte des Schabbat finden sich in den beiden unterschiedlichen Darstellungen der zehn Gebote in der Tora wieder. “Erinnere den Schabbat ihn zu heiligen …” (Schmot 20:8) und “Hüte den Schabbat ihn zu heiligen …” (Dwarim 5:2) waren, entsprechend der Tradition, von dem jüdischen Volk am Berg Sinai gleichzeitig gehört worden.

Sachor, “Erinnere,” bezieht sich auf die positiven Gebote des Tages – die Dinge, welche wir verrichten. Schamor, “Hüte,” bezieht sich auf die negativen Gebote – die Dinge, die wir nicht tun sollen. Das Letztere, welches solche Aktivitäten wie kochen, schreiben, Licht ein- und ausschalten, einschließt, werden generell mit dem Wort Melacha, einer bestimmten Art der Arbeit beschrieben.

Die hebräische Sprache hat zwei Wörter für “Arbeit” – Awoda und Melacha. Awoda ist ein genereller Begriff für Arbeit, wohingegen Melacha eine sehr präzise halachische Begriffsbestimmung für Arbeit ist. Am Schabbat ist Melacha verboten. Unsere Weisen erklären, dass Melacha sich auf die Tätigkeiten bezieht, welche notwendig waren zur Konstruktion des Mischkan, dem besonderen Heiligtum, welches die Juden auf ihrer Wüstenwanderung mit sich führten.

Die Tora erwähnt hier insbesondere zwei Melachot, das Entzünden von Feuer und das Tragen. Die Mischna erklärt weiter, dass 39 unterschiedliche Kategorien von Melacha zum Errichten des Mischkan führten. Während sich diese Kategorien der Arbeit auf die Errichtung des Mischkan beziehen, umfassen sie jetzt alle Formen der menschlichen Produktivität. Diese Melachot ist keine zufällige Sammlung von Aktivitäten und es represäntiert nicht notwendigerweise physische Anstrengungen. Im Gegenteil, das Prinzip dahinter ist, dass es sich hierbei um konstruktive, schöpferische Bemühungen handelt, welche die Herrschaft des Menschen über die Natur repäsentieren. Sich den Melachot am Schabbat zu enthalten, signalisiert unsere Anerkennung, dass, trotz unserer menschlichen, schöpferischen Fähigkeiten, G’tt der Schöpfer und Herrscher ist.

Jemand der erst beginnt den Schabbat zu halten, mag über die zahlreichen Gesetze und ihre vielen Nuancen, besorgt sein, dass diese ein Hindernis für Oneg Schabbat – Schabbat-Freude – sein könnten. Der besondere Weg, welchen wir hinsichtlich des Ausführens gewöhnlicher Aktivitäten an Schabbat beschreiten, dient uns als ständige Erinnerung der besonderen Natur dieses Tages. Sich von so vielen Tätigkeiten zu enthalten, die wir doch in der Woche als selbstverständlich hinnehmen, erhöht unser Bewußtsein, dass der Schabbat sich von den anderen Tagen der Woche unterscheidet, womit eine ganz neue Gemütsverfassung für den Schabbat schafft.

 

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