Gestern erinnerte eine Gedenkveranstaltung in der Kirche der Hamburger Untersuchungshaftanstalt an die Widerstandskämpfer Fiete Schulze und Etkar André. Beide wurden während der NS-Diktatur in Schauprozessen zum Tode verurteilt und ermordet. Am Samstag, 7. November, sollen vor der Untersuchungshaftanstalt zwei weitere Stolpersteine an sie erinnern.
Die Veranstaltung wurde von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert. In Redebeiträgen ging es um das Leben der beiden Männer, ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus, ihre Haftbedingungen und die Verfahren, in denen sie verurteilt wurden. Zum Abschluss gedachten die Teilnehmenden in einer Schweigeminute der beiden sowie aller Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.
Justizsenatorin Anna Gallina verwies auf die besondere Verantwortung der Justiz. Sie war Teil der nationalsozialistischen Terrorherrschaft; auch Richter und Gerichte wirkten an der Verfolgung mit. Das Gedenken müsse deshalb daran erinnern, dass Rechtsstaat und demokratische Grundordnung keine Selbstverständlichkeiten seien, teilte die Behörde mit.
Auch die stellvertretende Leiterin der Untersuchungshaftanstalt, Liddy Oechtering, stellte den historischen Ort in den Mittelpunkt. Die Geschichte der Einrichtung verpflichte dazu, sich mit den eigenen dunklen Kapiteln auseinanderzusetzen – und daran zu erinnern, wie Recht missbraucht werden kann, um Menschen zu verfolgen und ihrer Freiheit zu berauben.
Am Samstagvormittag verlegt der Künstler Gunter Demnig vor der Untersuchungshaftanstalt zwei Stolpersteine für Schulze und André. Die Verlegung beginnt laut Behörde um 10 Uhr.
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