Hamburg vereidigt 427 neue Lehrkräfte – mit einem klaren demokratischen Auftrag

Rathaus Hamburg unter blauem Himmel
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427 angehende Lehrerinnen und Lehrer sind in Hamburg in den Vorbereitungsdienst gestartet. Beim Senatsempfang im Rathaus erinnerte Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel daran, dass Lehrkräfte zwar parteipolitisch neutral bleiben müssen – gegenüber Menschenfeindlichkeit jedoch nicht. 

Hamburg hat seine neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst offiziell begrüßt. 427 Referendarinnen und Referendare, die bereits zum 1. August ihre Ausbildung begonnen hatten, kamen am Montagmorgen zur Vereidigung in den Großen Festsaal des Rathauses. Elf von ihnen wurden mit einem ausländischen Lehramtsabschluss eingestellt.

Der traditionelle Senatsempfang verband den feierlichen Rahmen mit einer grundsätzlichen Botschaft: Wer als Lehrkraft tätig wird, übernimmt nicht nur Verantwortung für Unterricht und Wissensvermittlung, sondern verpflichtet sich zugleich den demokratischen Grundwerten.

Politische Neutralität hat Grenzen

Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel stellte in ihrer Ansprache klar, dass parteipolitische Zurückhaltung nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber Diskriminierung verwechselt werden dürfe. „Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie jedoch nicht neutral bleiben.“

Lehrkräfte müssten unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Von Fintel verwies in diesem Zusammenhang auf den Beutelsbacher Konsens, der zu den Grundlagen politischer Bildung gehört und eine Überwältigung der Lernenden ebenso ausschließt wie die Vorgabe bestimmter Meinungen.

Zugleich müsse eine demokratische Schule erkennen und benennen, wenn aus einer Meinungsäußerung ein Angriff auf andere Menschen oder auf die freiheitliche Ordnung werde. „Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch“, betonte die Staatsrätin.

Mehr als 1.000 Bewerbungen

Hamburg bleibt bei angehenden Lehrkräften gefragt. Nach Angaben der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung gingen für den aktuellen Einstellungstermin 1.062 Bewerbungen ein. Beim vorherigen Termin im Februar waren es 938 gewesen. Damit bewarben sich mehr als doppelt so viele Menschen, wie Plätze im Vorbereitungsdienst zur Verfügung standen.

Besonders groß war das Interesse am Lehramt für die Sekundarstufen I und II: Auf 196 Plätze kamen 580 Bewerbungen. Für die 66 Plätze im Grundschullehramt interessierten sich 193 Bewerberinnen und Bewerber.

Die Ausbildung dauert 18 Monate und findet sowohl am Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen als auch direkt an den Hamburger Schulen statt.

Nachwuchslehrkräfte zwischen 23 und 60 Jahren

Das Durchschnittsalter der neu eingestellten Lehrkräfte liegt bei 30,2 Jahren. Die jüngsten sind 23, die älteste Person ist 60 Jahre alt. 72,6 Prozent der Nachwuchslehrkräfte sind Frauen. Besonders hoch ist ihr Anteil an den Grundschulen: Dort liegt er bei 92,4 Prozent.

Der Anteil der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist weiter gesunken. Er beträgt aktuell 3,8 Prozent; im August 2025 waren es noch 7,4 Prozent.

Auch die Abschlussnoten der ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber fallen hoch aus. Der durchschnittliche Abschluss des Ersten Staatsexamens liegt bei 1,64. Die besten Ergebnisse bringen die angehenden Lehrkräfte für Sonderpädagogik mit: Ihr Notendurchschnitt beträgt 1,54.

Rund 51 Prozent der neu eingestellten Referendarinnen und Referendare haben bereits in Hamburg studiert und ihr Erstes Staatsexamen in der Hansestadt abgelegt. Mit dem Vorbereitungsdienst setzen sie nun ihre Ausbildung im Hamburger Schulsystem fort.

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