Vor dem Welttag der humanitären Hilfe am 19. August erinnert Bundeskanzlerin Merkel in ihrem Videopodcast an das Engagement Deutschlands in der Welt, das zuletzt akut nach den Explosionen in Beirut gefragt war. Diese haben, so Merkel, “in furchtbarer Weise vor Augen geführt, wie schnell eine Notlage entstehen kann. Und ich bin sehr froh, dass wir sofort helfen konnten.” Die Kanzlerin nennt dabei insbesondere die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, die vor Ort halfen, Verschüttete zu suchen, und der Bundeswehr.

Bei einer internationalen Geberkonferenz, die wenige Tage nach der Katastrophe stattfand, kamen 250 Millionen Euro für den Libanon zusammen, 20 Millionen Euro davon aus Deutschland. “Diese Gelder kommen direkt der Bevölkerung zu Gute, um die akute Not der Menschen zu lindern”, betont Merkel.

Grundsätzlich werden deutsche Beiträge zur humanitären Hilfe vor allem in Krisen- und Konfliktgebieten eingesetzt, etwa in Syrien und den Nachbarländern, die Kriegsflüchtlinge aufnehmen. Rund 40 Prozent der deutschen Hilfsleistungen gehen dorthin, so Merkel. “Damit diese Hilfe auch bei den bedürftigen Männern, Frauen und Kindern ankommt, haben wir uns im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen besonders dafür eingesetzt, dass die Hilfslieferungen über einen Grenzübergang von der Türkei nach Nordsyrien transportiert werden können. So ließ sich eine noch größere humanitäre Katastrophe dort vorerst abwenden,” sagt die Kanzlerin.

In ihrem Podcast dankt die Kanzlerin explizit den vielen Helferinnen und Helfern vor Ort. Deutschlands humanitärer Beitrag von voraussichtlich mehr als 2,1 Milliarden Euro in diesem Jahr komme wegen ihres unermüdlichen Einsatzes bei den notleidenden Menschen an.
Auch deshalb engagiert sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat für den Schutz der humanitären Helfer: “Leider müssen wir immer wieder erleben, dass sie gezielt angegriffen und an ihrer wichtigen Arbeit gehindert werden.” Ihnen müsse der Schutz zukommen, der ihnen nach den Normen des Völkerrechts zustehe.

Gerade durch die Pandemie und die Folgen des Klimawandels verschärfe sich die Not für viele Menschen in der Welt. “Generell gilt, dass die Bevölkerung oft nicht ausreichend vor Notlagen geschützt ist, wo es schwache staatliche Strukturen und bewaffnete Konflikte gibt. Das gilt auch bei Naturgewalten wie Erdbeben, Folgen des Klimawandels wie Dürren oder Überschwemmungen oder eben bei Pandemien. Darum sind vielfach politische Lösungen notwendig, humanitäre Unterstützung kann nur kurzfristig helfen,” sagt Merkel.


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