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HAFTARA: Schoftim 11, 1-33

Im Buch Schoftim, Richter, ist das sich wiederholende Thema: das sich Abwenden von G“tt, die Unterdrückung, die Einsicht und die Rückkehr zum Judentum unter Leitung eines Richters, Befreiung und Wiedererrichtung. Die Juden wurden 18 Jahre lang durch die Ammoniter unterdrückt.

 

Die Bnej Jisraejl hatten nie direkt Land von den Ammonitern erobert

Der Richter Jiftach beschreibt dem König von Ammon, wie die Juden vor 300 Jahren Edom um die Erlaubnis baten, durchziehen zu dürfen, diese aber nicht erhielten und einen Umweg machten, um Konflikte zu vermeiden. Letztendlich eroberten die Bnej Jisraejl Land der Emoriter (die die Juden angriffen), die früher das Land der Ammoniter eingenommen hatten. Die Bnej Jisraejl hatten nie direkt Land von den Ammonitern erobert.

 

Hagiladi, der Gil’adit mit zwei Buchstaben des Namen G“ttes

Der Gil’adit Jiftach war ein tapferer Held. Er war der Sohn einer „Sona“, dessen Bedeutung einigermaßen mehrdeutig ist. Normalerweise übersetzt man das mit Prostituierte. Aber seine Abstammung väterlicherseits war unbefleckt, daher sein Name Hagiladi, der Gil’adit mit zwei Buchstaben des Namen G“ttes, das Hej am Anfang und das Jud am Ende des Wortes Gil’ad.

 

Jiftachs Eltern kamen aus unterschiedlichen Stämmen

Andere Erklärer behaupten, dass die Ehe zwischen Jiftachs Eltern unerwünscht gewesen sei, da sie aus unterschiedlichen Stämmen kamen und dass über Vererbung ein Übertrag von Boden, also von Gebiet, vom einen zum anderen Stamm erfolgen könnte. Es kann auch sein, dass Jiftachs Mutter lediglich eine Nebenfrau war und dieses die Ursache von Jiftachs minderem Status innerhalb der Familie war.

 

Jiftach bevorzugte den Schalom (Frieden) über alles

Seine Brüder verweigerten ihm einen Erbanteil. Jiftach war ein Tzaddik und hatte diese Großzügigkeit und den Seelenadel von seinem Vater geerbt. Obwohl er stark war, weigerte er sich, Streit an zu zetteln. Er bevorzugte den Schalom (Frieden) über alles. Deshalb zog er zum Land Tow weg. Dort hatte er eine Armee. Als die Ammoniter gegen Israel Krieg führen wollten, baten die Ältesten Israels ihn, der Anführer zu werden.

 

Die Ältesten versprachen Jiftach, dass er der Kopf über sie werden würde

Jiftach hatte am Anfang keine große Lust dazu, da sie ihn verstoßen hatten. Aber die Ältesten versprachen ihm, dass er der Kopf über sie werden würde.

Jiftach entsandte Gesandte zum König der Ammoniter mit der Frage, weshalb er Krieg führe.

Der König antwortete: Jisraejl hat mein Land vom Arnon bis zum Jabok und bis zum Jordan eingenommen.

Jiftach entsandte wieder Gesandte: Jisraejl hat das Land von Moaw und Ammon nicht sofort besetzt oder an sich genommen. Nachdem sie aus Ägypten weg gezogen waren, bat Israel die Könige von Edom und Moaw, sie durchziehen zu lassen, aber sie weigerten sich.

 

keinen Anspruch gegenüber den Bnej Jisraejl

Dann baten sie Sichon, den König des Emoritischen Cheschbon, um durchziehen zu dürfen, der aber mit Israel einen Krieg begann.

Aber G“tt half Israel und sie eroberten das Emoritische Gebiet. Hierdurch hatten die Ammoniter keinen Anspruch gegenüber den Bnej Jisraejl.

 

Author: © Oberrabbiner Raphael Evers | Raawi Jüdisches Magazin