Lesezeit: 3 Minuten

Wird der Iran ausführen, was er androht?

Wir haben in der letzten Woche über die gescheiterten Versuche gelesen, die Eroberung des Landes Israel vorzubereiten. Israel steht bis heute im Mittelpunkt des Hasses unserer Feinde.

Bis zur Zeit des Messias werden wir fünf Galujot, fünf Exile, ertragen haben:

* Die erste Galut war die Galut von Babylonien, die 70 Jahre nach der Zerstörung des ersten Tempels (586-516 v. Chr.) andauerte.

* Es folgte die Galut von Medie und Persien unter König Achaschwerosch und Haman, zu Lebzeiten von Mordechai und Esther.

* Die dritte Galut war die Galut unter der Herrschaft Griechenlands und des Hellenismus, nach dem die

* vierte Galut von Edom oder Rom begann. Wir leben noch in den letzten Tagen dieser römischen Galut, die die gesamte westliche Welt umfasst. In der Zwischenzeit

* hat sich die fünfte und letzte Galut angekündigt. Die Galut von Jischmael. Wir leben damit täglich und leiden unter dem Zusammenprall von westlichem und östlichem Antisemitismus.

 

Sie meinen, was sie sagen

Der Iran und viele andere Gruppierungen schreien ständig, dass sie das Jüdische Volk oder den Staat Israel vernichten werden. Ich erinnere mich, wie meine Mutter, Dr. Bloeme Emden, erzählte, wie sie 1943 auf dem Weg zu ihren Abschlussprüfungen (sie war die einzige verbliebene Kandidatin) durch die Straßen von Amsterdam ging, wo die Nazis große Lautsprecher aufgehängt hatten, damit jeder Hitlers Hasspredigten hören konnte. Sie hörte ihn sagen: “Die Juden sind unser Unglück. Wir werden die Juden ausrotten”.

Nicht lange danach – nach dem sie 15 Mal versucht hatte unterzutauchen und 15 Mal verraten wurde – kam sie in Auschwitz an, wo sie nur knapp dem Tod entging. Leider ist das für uns harte Realität. Wenn unsere Erzfeinde, die kein Blatt vor den Mund nehmen, die Gelegenheit dazu haben, werden sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um uns vollständig zu vernichten.

 

Warum ich das schreibe?

Ich hoffe, dass ich sehr bald nach Israel gehen kann, um Alija zu machen. Der Iran wird von der internationalen Gemeinschaft wegen seiner Bestrebungen, eine Atombombe zu entwickeln, überwacht, aber jeder, der die schwachen Bemühungen des Westens sieht, versteht, dass nichts der iranischen Aggression standhalten kann. Inzwischen haben sie schon gedroht, dass die Juden besser ihre Häuser in Europa zurückkaufen sollten, denn Israel wird ihnen keine sichere Heimat mehr bieten. Wird die Suppe nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird? Machen Sie sich keine Illusionen. Sobald der Iran eine Atombombe hat, wird sie benutzt werden, um die islamische Weltherrschaft zu erreichen. Die Welt schaut darauf und schüttelt mitleidig den Kopf, unternimmt aber keine ernsthaften Schritte, um diesen ungezügelten Hass zu stoppen. Unsere eingeschworenen Erzfeinde werden keine Gelegenheit auslassen, uns vollständig zu vernichten.

 

Und warum nicht?

Jedem Märtyrer wird das Paradies voller 72 Jungfrauen versprochen, ein himmlischer Ort der hemmungslosen Lust. Auf jeden Fall mehr Spaß als hier auf der Erde. Nie war der Hass so offen und nie war die Zukunftsaussichten so klar ersichtlich. Genau wie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war niemand ernsthaft bereit, einen Finger zu rühren. Soll ich dann Israel einfach meiden und meinen alten Traum, eines Tages in Israel intensiv die Thora studieren zu können, aufgeben? Mit keinem einzigen Haar würde ich auch nur in Erwägung ziehen, vor einem Leben in Israel zu flüchten. Ich habe nicht einmal mehr Angst. Möge G’tt uns beschützen.

 

Aber was hält die Zukunft für Israel bereit?

Die internationale Gemeinschaft vergisst, dass es das Gerücht gibt, dass auch Israel Atomwaffen hat. Jeder Versuch der Weltgemeinschaft, den Iran weiter mit Seidenhandschuhen anzufassen, wird in einer Katastrophe enden. Politik ist zukunftsorientiert. Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass Israel entweder Vergeltung übt oder präventiv die gleichen Waffen einsetzt. Wenn dies geschieht, wird unsere internationale Gemeinschaft ihre Krokodilstränen vergießen und “unverhältnismäßige Gewalt” schreien. Sanfte Heiler erzeugen stinkende Wunden. Das ist schade. Es hätte so viel schöner sein können.

Od Avinu chaj, Am Jisraeel chaj.

 

Author: © Oberrabbiner Raphael Evers | Raawi Jüdisches Magazin

Foto: Das Perserreich um 500 v. Chr.