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Rolf Eden: Berlins letzter Playboy ist von uns gegangen

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Rolf Eden hat nicht nur das Berliner Nachtleben legendär gemacht, sondern war auch selbst eine Legende, die von vielen unterschätzt wurde. Er war nämlich nicht nur ein Playboy, sondern auch großer Freund Israels.

Eden wurde als älterer von zwei Söhnen einer jüdischen Familie in Berlin-Tempelhof geboren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh die Familie 1933 nach Palästina. Edens Vater Hans war als Unternehmer tätig und ging 1936 in Konkurs; danach arbeitete er als Taxifahrer. Später führten Edens Eltern ein Café in Haifa, die Großeltern ein Hotel. Mit 14 verließ Rolf Eden die Schule und verdiente sein Geld als Musiker. Im ersten arabisch-israelischen Krieg von 1948 kämpfte er in der Einheit Palmachz usammen mit Yoram Kaniuk unter Jitzchak Rabin.

 

Zu Beginn seiner Zeit in Berlin wartete Eden auf das versprochene Geld und arbeitete zunächst kurze Zeit als Staubsaugervertreter sowie als Nachtportier und Barkeeper in einer US-Kaserne. Mit dem schließlich ausgezahlten Begrüßungsgeld eröffnete Eden zunächst 1957 in der Nestorstraße Ecke Kurfürstendamm den Eden-Saloon, der wenige Jahre später in die nahegelegene Damaschkestraße umzog und (nach Eröffnung des New Eden) auch Old Eden genannt wurde. Es folgten das New Eden, der Eden-Playboy-Club, das Kabarett Schlüsselloch und 1967 das Big Eden. Danach eröffnete er das Blue Tattoo. Eden prägte in den 1950er und 1960er Jahren die Nachtclub-Szene in Berlin und blieb auch in den 1970er und 1980er Jahren erfolgreich. Nach der politischen Wende verkaufte Eden nach und nach alle seine Etablissements, seine letzte Diskothek, das Big Eden, veräußerte er im Jahr 2002. Nach seinen Angaben gingen alle späteren Eigentümer mit den übernommenen Läden pleite.

Eden machte die nackte Haut von Frauen zum wichtigen Teil seines Business, die weiblichen Angestellten arbeiteten mit freiem Oberkörper in seinen Etablissements.

Ab 1977 investierte Eden sein Geld in Immobilien. Er besaß 2012 nach eigenen Angaben 26 Mietshäuser mit mehreren hundert Wohnungen in Berlin.

Immer wieder arbeitete Eden auch als Schauspieler und wirkte in rund 30 Filmen mit.

Im Jahr 2012 erschien seine Autobiografie Immer nur Glück gehabt: Wie ich Deutschlands bekanntester Playboy wurde. Coautor war der Regisseur Peter Dörfler, der 2011 mit The Big Eden einen Dokumentarfilm über Edens Leben veröffentlichte.

Eden starb am 11. August 2022 im Alter von 92 Jahren.

©Foto: Von Siebbi – ipernity.com, CC BY 3.0

Sandra Borchert

Redaktion und Redaktionsleitung