Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat Berlins Ehrenbürgerin Margot Friedländer zu ihrem  99. Geburtstag gratuliert.

Müller: „Margot Friedländer ist Zeitzeugin des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte. Sie erlebte während ihrer Jugend die zunehmende Diskriminierung und Schikanierungen der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und Berliner in unserer Stadt. Sie tauchte im Alter von 21 Jahren unter und lebte über viele Monate im Untergrund. Der Gestapo entging sie einige Male nur knapp, bis sie im April 1944 verhaftet und kurze Zeit später nach Theresienstadt deportiert wurde. Ihre Mutter, ihr Bruder, die meisten Verwandten sowie Freundinnen und Freunde wurden ermordet. Nach dem Krieg emigrierte Margot Friedländer in die USA. 2010 zog sie nach mehr als 60 Jahren zurück nach Berlin, um Kindern und Jugendlichen ihre Geschichte zu erzählen. Ihre Aufklärungsarbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Ihre Erfahrungen, ihr Wissen über dieses düstere Kapitel unserer Geschichte müssen uns eine Mahnung bleiben. Berlin ist ihr zu tiefstem Dank verpflichtet und gratuliert Margot Friedländer von Herzen zu ihrem 99. Geburtstag.“

Margot Friedländer ist seit dem 26. Juni 2018 Ehrenbürgerin von Berlin. In seinem Glückwunsch würdigte Müller ihre Verdienste: „Es war deshalb alles andere als selbstverständlich, dass Du nach Berlin zurückgekehrt bist und Dein Leben mit Haut und Haaren, Herz und Verstand, der Zeitzeugenschaft gewidmet hast. Unermüdlich bist Du in Schulen gegangen, hast den Kontakt zur jungen Generation gesucht, um aus erster Hand zu berichten, welches unermessliche Leid Jüdinnen und Juden in der Nazizeit zugefügt wurde. Damit hast Du eine große und keineswegs selbstverständliche Verantwortung auf Dich genommen. Du wolltest dazu beitragen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Dafür spreche ich Dir, unserer Berliner Ehrenbürgerin, heute den Dank Berlins aus. Du bist uns allen ein Vorbild im Einsatz für eine demokratische Kultur, die wehrhaft ist gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Ausgrenzung.“

 

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