1999 wurde das Abraham-Geiger-Kolleg in Berlin  als erstes  liberales Rabbinerseminar in Europa seit der Shoah gegründet. Die Ausbildung dort deckt  den dringenden Bedarf an akademischer rabbinischer und kantorischer Ausbildung.  Auch in diesem Jahr darf das Abraham-Geiger-Kolleg stolz auf seine Absolventen sein. Wir möchten Sie Ihnen einmal vorstellen:

 

Jasmin Andriani

 

Jasmin Andriani ist 1983 in Tel Aviv als Jasmin Miriam Bruck geboren worden. Ihre ersten Kindheitsjahre verbrachte sie in Israel zwischen Strand und Shuk HaCarmel, bevor die Familie 1985 ins damalige West-Berlin zog. Hier besuchte sie Bildungseinrichtungen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und engagierte sich später in der Jugendarbeit, beim Jüdischen Studentenbund und im Jüdischen Museum Berlin. Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften an der FU Berlin bis zum ersten juristischen Staatsexamen. Anschließend lebte und arbeitete sie in Simbabwe, Afrika.

Zurück in Berlin entschloss sie sich, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und ein Studium der Jüdischen Theologie und eine parallele Ausbildung zur Rabbinerin am Abraham Geiger Kolleg aufzunehmen. Zwei Semester des Studiums verbrachte Jasmin in Jerusalem, der Heimatstadt ihres Vaters.

Ihre Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Dekalog in der Hebräischen Bibel und der frühjüdischen Tradition. Ihr Ordinationsspruch lautet „[Gott sagt:] Denn mein ist das Land, denn Fremde und Beisassen seid ihr bei mir.“ (Lev 25,23). Jasmin ist seit 2012 mit Daniel verheiratet; sie haben eine vierjährige Tochter. Nach der Ordination wird sie die Rabbinerin der liberalen jüdischen Gemeinden von Hannover und Göttingen.

 

Anita Kántor

 

Anita Kántor stammt aus der ungarischen Stadt Pápa und war unter anderem als Lehrerin für Hebräisch und Talmud Tora in Budapest tätig, bevor sie 2014 ihr Studium der Jüdischen Theologie an der Universität Potsdam sowie ihre Ausbildung am Abraham Geiger Kolleg aufnahm. Im selben Jahr wurde sie Vorstandsmitglied der Initiative Let’s Start Davening.

Anita hat ein Studienjahr in Jerusalem und eine Reihe von Praktika in jüdischen Gemeinden in Deutschland sowie in Israel und in Budapest absolviert. Ihr besonderes Interesse und Engagement gilt der jüdischen Bildung und dem entsprechenden Networking auf nationaler und internationaler Ebene; sie ist davon überzeugt, dass Bildung und Dialog unerlässlich sind, um dem Antisemitismus zu begegnen.

Das Thema ihrer Masterarbeit lautet The Smell of Judaism, Odors in Jewish Liturgy and Rabbbinical Literature, ihr Ordinationsspruch ist „Der Gerechte sprosst wie die Palme, wie eine Zeder auf dem Lewanon wird er groß werden.“ (Ps 92,13). Nach ihrer Ordination wird sie für den Verband der Jüdischen Kultusgemeinden in Ungarn im Bildungsbereich tätig sein.

 

David Maxa

 

David Maxa (geb. 1990) kommt aus einer tschechischen jüdischen Familie und ist in Prag aufgewachsen. Vor seiner Rabbinatsausbildung am Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam hat er Religionswissenschaft und Judaistik an der Karls-Universität in Prag studiert. Während seines Studiums verbrachte er ein Jahr an der Conservative Yeshiva in Jerusalem und absolvierte Praktika in jüdischen Gemeinden in Berlin, Bielefeld, Jerusalem, Karlovy Vary, London, Liberec, Ridgewood, NJ und in Prag. Nach der Ordination kehrt er in sein Heimatland zurück, um dort für die liberale jüdische Gemeinschaft tätig zu sein.

David Maxa ist mit Judita Bergmann verheiratet; sie haben einen einjährigen Sohn. Das Thema seiner rabbinischen Abschlussarbeit ist The Role of God in the Story of Cain and Abel. A Jewish Theological Analysis und sein Lebensmotto entspricht seinem gewählten Ordinationsspruch: „Frieden, Frieden dem Fernen und Nahen, spricht der Ewige“ (Jesaja 57,19).

 

Yuval Hed

 

Yuval Hed, 1987 in Jerusalem geboren, beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Judentum und Musik: er hat bereits mit sieben Jahren begonnen, Viola zu spielen, und zur gleichen Zeit angefangen, im Kinderchor zu singen. Zwischen 2006‒2008 hat er im West-Eastern Divan Orchester unter der Leitung von Daniel Barenboim gespielt. Er hat sein Studium bei Professor Hans Joachim Greiner an der Universität der Künste Berlin 2012 mit einem Diplom abgeschlossen.

Von Oktober 2013 an studierte er Jüdische Theologie an der Universität Potsdam und machte eine Ausbildung zum Kantorat am Abraham Geiger Kolleg. Seine Abschlussarbeit mit dem Titel The Segol Clause behandelt das spezifische Kantillationszeichen Segol. Yuval Hed ist bereits als Kantor der Judiska Församlingen an der Großen Synagoge von Stockholm tätig. Sein Investiturspruch lautet: „Wacht auf, Harfe und Leier, ich will das Morgenrot wecken“ (Ps 108,3).

 

Isak Bård Kyrre Aasvestad

 

Isak Bård Kyrre Aasvestad ist 1978 in Oslo geboren und dort aufgewachsen. Vor seiner Rabbinatsausbildung am Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam hat er Evangelische Theologie in Oslo studiert. Er hat auch in Schweden gelebt, wo er sein Studium Universität Uppsala mit einem ERASMUS-Aufenthalt an der Universität Vilnius in Litauen und mit der Teilnahme am Programm von Paideia – The European Institute for Jewish Studies – in Stockholm verband.

Er verbrachte ein Jahr an der Conservative Yeshiva in Jerusalem und absolvierte Gemeindepraktika in Berlin und in Schleswig-Holstein sowie mit dem Schwerpunkt Krankenhausseelsorge im Jüdischen Krankenhauses Berlin. Er ist auch im interreligiösen Dialog engagiert. Das Thema seiner Masterarbeit lautet Giur leshem shamayim the Motivation of a Prospective Proselyte as a Prerequisite for or Impediment to Conversion.

Der von Isak gewählte Ordinationsspruch ist: “Liebe die Menschen und bringe sie zur Tora” (Pirke Awot 1,12). Nach seiner Ordination wird Isak für den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein tätig sein.

 

Maximilian Feldhake

 

Maximilian Feldhake ist gebürtiger Amerikaner und machte seinen Bachelor in Deutsch und Political Science an der Arizona State University, bevor er 2012 nach Dresden kam und bald darauf seine Rabbinerausbildung am Abraham Geiger Kolleg und sein Studium der Jüdischen Theologie an der Universität Potsdam aufnahm. Er verbrachte das obligatorische Studienjahr in Israel in Jerusalem und absolvierte Gemeindepraktika u.a. in Bielefeld und Braunschweig, aber auch in Wien, Johannesburg und in Ridgewood, NJ.

Er engagiert sich im interreligiösen Dialog und ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Potsdam. Das besondere Interesse von Max gilt der jüdischen Militärseelsorge; das Thema seiner Masterarbeit ist Das Militärrabbinat im 21. Jahrhundert.

Sein Ordinationsspruch lautet „Nicht im Himmel ist’s” (Deut 30,12).  Nach seiner Ordination ist er zunächst als religiöser Berater bei der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt in Berlin tätig.

 

Wir von Raawi wünschen den Absolventen ein herzliches MAZAL TOV und alles erdenklich Gute für die Zukunft!

 

 

 

©Abraham-Geiger-Kolleg