Erste Wasserstofflieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Hamburg übergeben

Hamburg
Lesezeit: 3 Minuten

Die erste Wasserstoff-Lieferung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) für Deutschland, wurde heute im Hafen Hamburg von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck empfangen. Die Lieferung wurde während der Delegations-Reise von Bundesminister Robert Habeck am 21. März in Abu Dhabi vereinbart und ist ein wichtiger Schritt für den angestrebten Aufbau einer umfassenden Wasserstoffwertschöpfungskette zwischen Deutschland und den VAE.

Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck: „Wir müssen jetzt mehr denn je den Hochlauf von Wasserwirtschaft voranbringen. Hierzu bauen wir auch eine eigene Wasserstoffproduktion in Deutschland auf, aber natürlich brauchen wir vor allem auch Wasserstoff aus Importen. Daher wollen wir die Energiezusammenarbeit auch auf diesen Bereich erweitern.

Als ich vor sieben Monaten in den Vereinigten Arabischen Emiraten war, wurde vereinbart, eine integrierte Wasserstoff-Lieferkette zwischen den VAE und Deutschland aufzubauen. Ich freue mich sehr über die Fortschritte, die wir seither gemacht haben. Heute nehmen wir die erste Testladung kohlenstoffarmen Ammoniaks aus den VAE hier in Hamburg in Empfang. Weitere werden jetzt folgen.“

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Hamburg hat das Ziel, ein führender Wasserstoff-Standort in Europa zu werden. Bei Aurubis und anderen Hamburger Unternehmen kommen schon heute innovative Wasserstoff-Technologien zum Einsatz. Unser Hafen bietet hervorragende Voraussetzungen für den Import und den Vertrieb von regenerativen Energieträgern. Als weltweit vernetzte Handels- und Logistikmetropole kann Hamburg seine Expertise in die Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten einbringen. Am aktuellen Ammoniak-Projekt sind Hamburger Firmen im Transport und in der Anwendung beteiligt. Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die dieses Pilotprojekt ermöglicht haben.“

Der vom emiratischen Öl- und Gas Unternehmen ADNOC gelieferte Wasserstoff wurde in Form von blauem Ammoniak verschifft, das emissionsarm ist und anders als grünes Ammoniak bereits in größeren Mengen zur Verfügung steht. Die Testlieferungen spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau zukünftiger Lieferketten auch für grünen Wasserstoff. In Hamburg nutzt der Multimetall-Hersteller Aurubis die ersten Testlieferungen für die klimaneutrale Umstellung der energieintensiven Kupferproduktion mittels emissionsarmen Ammoniaks. Langfristig sollen damit fossile Brennstoffe wie Erdgas ersetzt werden. Die zweite Lieferung wird Anfang November in Hamburg eintreffen, weitere folgen und sollen bei dann weiteren Abnehmern zum Einsatz kommen.

Deutschland und die VAE haben zudem beschlossen, gemeinsame Energie- und Industrieprojekte durch gezielte politische Unterstützung zu fördern. Ein bereits beschlossenes Energy Security and Industry Accelerator (ESIA) soll in Zusammenarbeit mit der bilateralen Energiepartnerschaft. Leuchtturmprojekte im Bereich Klimaschutz, Dekarbonisierung und Energiesicherheit, wie unter anderem Offshore-Windkraft, PV und Wasserstoff-Projekte gezielt fördern Zudem ist eine Zusammenarbeit mit H2-Global, ein zentraler Fördermechanismus zur Beschleunigung des bilateralen und globalen Ausbaus der Wasserstoffwirtschaft, geplant.

Deutschland will mit Wasserstofflieferungen den steigenden Wasserstoffbedarf decken, der von der Bundesregierung für 2030 auf 90 bis 110 TWh geschätzt wird.

Seit 2017 arbeiten Deutschland und die VAE im Rahmen der Deutsch-Emiratischen Energiepartnerschaft eng in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Wasserstoff zusammen. Am 12. Oktober 2022 wurde die bestehende Energiepartnerschaft um eine Klimasäule erweitert. Diese soll die Zusammenarbeit in den Bereichen Klimaschutz, Dekarbonisierung, Anpassung an den Klimawandel sowie CO2-Bepreisung vertiefen. Die VAE verfolgen ein Net-Zero Ziel für Klimaneutralität bis 2050 und sind Ausrichter der 28. UN-Klimakonferenz im Jahr 2023.