Interreligiöses Forum Hamburg
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Angesichts der Gewalt im Nahen Osten hat der Vorstand des Interreligiösen Forums Hamburg (IFH) zu Frieden und Verständigung aufgerufen. Bischöfin Kirsten Fehrs, Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Landesrabbiner Shlomo Bistritzky, Jüdische Gemeinde Hamburg, Özlem Nas vom Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg und Nils Clausen von der Buddhistischen Religionsgemeinschaft schrieben in ihrem Aufruf:

Die aktuelle Lage dort erfüllt uns mit Traurigkeit und Sorge. Uns erschüttern die Bilder und Berichte von zerstörten Häusern, von verletzten und getöteten Menschen. In unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei ihnen und ihren Angehörigen. Wo Hass und Gewalt sich Bahn brechen, leiden vor allem die Unschuldigen.

Als Interreligiöses Forum Hamburg fühlen wir uns darüber hinaus besonders dem Frieden in unserer Stadt verpflichtet. Hamburg ist die Heimat von Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Glaubens, die friedlich hier zusammenleben. Wir rufen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf: Lasst uns dafür sorgen, dass das so bleibt! Religiöser Hass, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und Gewalt gegen Andersdenkende dürfen in Hamburg keinen Platz haben.

Auch pauschale Schmähungen gegen ganze Völker oder Bevölkerungsgruppen weisen wir entschieden zurück, denn sie sind die Vorstufe zur Gewalt. Als Religionsgemeinschaften wissen wir um die Kraft der Spiritualität und des Gebets.

Aus diesem Grunde trafen sich die Vertreter des Interreligiösen Forums Hamburg auch heute Nachmittag zu einem Friedensgebet auf der Terrasse der Rathauspassage in Hamburg.

“Suche den Frieden und verfolge ihn.” , zitierte Landesrabbiner Shlomo Bistritzky aus Psalm 34 und legte damit genau den Finger in die Wunde unserer Zeit. Noch immer suchen wir in vielen Teilen der Welt den Frieden und wo wir ihn gefunden haben, scheinen wir oft nicht daran festzuhalten.

Özlem Nas vom Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg sprach ein Gebet für “Generationen von Frauen, Kindern und Männern, die durch politische Interessen ein Leben in einem Brandherd von Gewalt, Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit führen müssen. “ Diejenigen, die in Frieden lebten, sollten sich in Demut üben und nicht überheblich über das Leid anderer hinwegsehen.

Nils Clausen von der Buddhistischen Religionsgemeinschaft erinnerte an die Verbundenheit und das Gift des Antisemitismus, welches bestrebt sein, diese Verbundenheit zu zerstören. “Rassismus, schadet nicht nur jenen Menschengruppen, gegen die er sich richtet, sondern auch allen anderen.”, so Clausen.

Bischöfin Kirsten Fehrs, Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) betete dafür, dass der Friede wieder in die Mauern Jerusalems einkehre und erinnerte an die gemeinsame Reise des Interreligiösen Forums nach Israel im Jahre 2019. “Der Frieden ist ein so kostbares Gut, dass wir leider oft erst dann zu schätzen wissen, wenn wir es verloren haben. Daher müssen wir immer wieder bereit sein, hier in Hamburg aktiv dafür einzutreten.”, so Bischöfin Fehrs. Sie mahnte weiterhin gegen Antisemitismus aufzustehen und auch Islamfeindlichkeit nicht zu dulden.

 

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