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Vorsicht vor angeblichen Anrufen der Euro- oder der Interpol

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Die Anzahl betrügerischer Anrufe hat in den letzten Monaten weiter zugenommen. Nach dem sogenannten „Enkeltrick“ greifen Kriminelle nun auf eine andere Masche zurück: Kriminelle geben sich als Mitarbeiter von Europol oder Interpol aus und fordern Betroffene dazu auf, persönliche Daten abzugleichen.

Angeblich würde es Unstimmigkeiten oder Probleme mit der Identität oder dem Bankkonto der angerufenen Person geben. Angebliche Täter würden diese Daten für Straftaten missbrauchen, bzw. die Identität des Angerufenen sei für Straftaten missbraucht worden.

Der Anruf, der bisher deutsche Mobilfunknummern vorgaukelt (sogenanntes Call-ID-Spoofing), läuft in der Regel wie nachfolgend beschrieben ab:

Zunächst erfolgt die Ansage durch eine Computerstimme. Diese gibt z.B. vor, dass die Steuer-ID oder ID-Card verwendet worden sei. Im Anschluss erfolgt die Aufforderung, die Taste „1“ zu drücken. Es läuft dann eine Weiterleitung zu einem angeblichen Sachbearbeiter. Dieser führt das Gespräch auf englischer Sprache (mit indischem Akzent).

Offensichtlich werden hier im Gespräch persönliche Daten abgeglichen, aktualisiert oder zusätzlich in Erfahrung gebracht, die dann für weitere Straftaten Verwendung finden. Ob die Täter hier auf bereits durch einen Hack bekanntgewordene Daten zugreifen oder rein zufällig Rufnummern anwählen, ist nicht bekannt.

In einzelnen Fällen bezeichnen sich die Täter als Police Officer oder Mitarbeiter des Federal Police Department, Interpol oder Europol. Angeblich sei auch das Bankkonto betroffen oder es gäbe ein großes Ermittlungsverfahren. Würde man eine Auskunft verweigern, so wurde auch bereits mit 5 Jahren Haft gedroht. In einem bekannten Fall wurde dazu aufgefordert, das Geld vom eigenen Bankkonto auf ein ausländisches Konto zu überweisen, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

Wichtig ist, nicht auf solche Anrufe zu reagieren und keinerlei persönliche Daten von sich selbst am Telefon zu nennen oder weiteren Aufforderungen zu folgen. Die Anrufer sind keine offiziellen Vertreter irgendeiner Behörde!

Sollten Sie auf die Masche hereingefallen sein, so erstatten Sie bei Ihrer örtlichen Polizei Anzeige. 

Überlegen Sie genau, welche Daten Sie bereits an die Täter herausgegeben haben. Ggf. macht es Sinn, weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. So können Sie den Dienst Google-Alert nutzen, der im Netz nach von Ihnen vordefinierten Begriffen (z.B. Name) Ausschau hält und einen bei einem neuen Fund benachrichtigt (Namensgleichheiten können vorkommen). Auch Dienste wie diese hier, können ggf. weiterhelfen und ein mögliches Datenleck nennen/bzw. informieren, wenn etwas Neues hinzukommt:

https://monitor.firefox.com/
https://haveibeenpwned.com/
https://sec.hpi.uni-potsdam.de/ilc/search

Vereinzelte Versicherungen, Kreditinstitute/Banken oder Wirtschaftsauskunfteien bieten (z.T. kostenpflichtige) Hilfe an.

 

 

 

 

Sandra Borchert

Redaktion und Redaktionsleitung