Im Verlauf des Wochenabschnitts lesen wir von dem Gebot an die Priester das Volk zu segnen.
Im zweiten Teil, dieses dreifachen Segens, heißt es
יאר ה’ פניו אליך ויחנך,
Der EWIGE lasse sein Angesicht über Dich leuchten und sei dir gnädig/möge Dich begnaden. (Num. 6:25)
Rabbi Kook erklärt, dass sich das auf ein spirituelles Wachstum bezieht. Welches zur Folge hat, dass wir herausgefordert werden höheren Standards gerecht zu werden und aufrechter, gerader und ehrlicher miteinander umzugehen.
Das kann allerdings schwierig werden, da jeder Mensch seine eigenen Sensibilitäten und Befindlichkeiten hat, die er gerne berücksichtigt sehen würde.
Deswegen fährt der Segen fort mit:
ישא ה’ פניו אליך וישם לך שלום
„der Ewige erhebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir Frieden“
Sein Angesicht erheben, dies hat die Konnotation einer besonderen Aufmerksamkeit und von Wohlwollen ….
Auf der anderen Seite wird von uns erwartet, dass wenn wir vor dem Ewigen als unserem Herrn und Richter stehen, wir mit der Unparteilichkeit eines Richters und der Nichtberücksichtigung unserer Emotionen klarkommen. Gott sind nicht die Grenzen eines menschlichen Richter gesetzt.Er ist immer auf der Suche nach dem Individuum um, ihm besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und ihm gnädig zu sei/zu begnaden und um ihm Frieden zu geben- inneren Frieden des Geistes und der Seele.
Auch wenn wir in einem irdischen Gericht allen Parteien neutral und ohne jede Art von Vorbehalten gegenübertreten müssen, bleibt uns immer noch die Möglichkeit das himmlische Verhalten zu emulieren und empfindsam, rücksichtsvoll, besonnen und aufmerksam miteinander umzugehen.
Wenn uns das gelingt, dann wird der Ewige uns seine Aufmerksamkeit zuwenden, diese Gnade auf uns zurückspiegeln und uns echten inneren Frieden gewähren.
In diesem Sinne
Shabbat Shalom
Rabbiner Daniel Alter








