Wer hat nicht schon einmal die wunderschöne, alte Schrift in den Thorarollen bewundert? Kalligrafie ist die Leidenschaft von Akiva Roszkowski. Der 29-jährige, dreifache Familienvater aus Bremen, hat sich ganz dieser einmaligen Kunst verschrieben und kreiert mit seinem „Akiva Design“ einmalige Schönheiten.  Raawi News hat mit Akiva gesprochen und einen Blick auf seine Designs geworfen.

Akiva Roszkowski | Foto: Facebook

Raawi: Das ist eine wirklich schöne, aber seltene Kunst. Wie bist du dazu gekommen und wie lange dauert es, bis man so eine Kunst perfekt beherrscht?

Akiva : Mein Fachabitur habe ich im Bereich Kunst absolviert. Ich fand die hebräische Schrift schon immer sehr faszinierend und habe mich gefragt wie man sowas lernt und wie lange so etwas dauert. Irgendwann kaufte ich mir in einem Geschäft einen Kalligrafie Stift und begann hin und wieder ein paar Buchstaben zu schreiben. Ich habe schnell gemerkt das es mir gut von der Hand geht und machte einfach immer weiter. Zugegeben, ich fing immer wieder einmal an und hörte dann auch schnell wieder auf. Gewissermaßen bin ich ein Perfektionist. Wenn ich merke, dass mir etwas nicht so richtig gefällt, dann gibt es zwei Optionen: Entweder ich gestehe mir ein, dass ich es einfach nicht kann oder ich versuche es so oft, bis es einfach perfekt ist. So wollte ich erstmal eine gewisse Perfektion erreichen, bis ich mit meiner Kunst an die Öffentlichkeit ging. Ich kann also keinen genauen Zeitrahmen mehr nennen. Ich weiß nur, dass es lange gedauert hat, bis alles wirklich schön aussah.

Raawi: Du nimmst deine Texte meist von der Tora und Gebeten – schreibst du auch was nicht Religiöses?

Akiva: Mein Leben ist geprägt von der Religion. Das Judentum durchdringt jede Faser meines Lebens. So sind in gewissem Sinne die Texte, welche ich zu Papier bringe, Texte, die mein Herz bewegen. Ganz häufig inspirieren mich die Texte aus dem Morgengebet und natürlich aus der Tora und dem Talmud, aber auch Dinge aus dem Alltag. Zu „Hatikva“ wurde ich zum Beispiel von meiner Tochter Dalyiah inspiriert. Sie spielte das Lied auf ihrem Klavier und ich summte es vor mich her, bis mir irgendwann der Gedanke kam ein Bild darüber zu machen.

Raawi: Gibt es außer deiner kreativen Arbeit noch andere Aufträge, die du gerne annimmst?

Akiva: Den ganzen Tag über schießen mir neue Ideen für meine Bilder durch den Kopf. Wenn ich dann Zeit habe bringe ich diese Bilder zu Papier. Oft poste ich dann meine Bilder bei Facebook oder Instagram, wo sie dann ziemlich schnell wieder vergriffen sind.

Raawi: Wo kann man denn deine Arbeit bewundern?

Akiva: Meine Werke veröffentliche ich klassischerweise bei Facebook und Instagram. Ich denke das ist heute der beste Weg, um Menschen zu erreichen.

Raawi: Wenn man sich jetzt in eines deiner Werke verliebt hat, wie kann man es erhalten? Bestellt man es einfach bei dir, oder wie läuft das ab?

Akiva: Bei Facebook bin ich in bestimmten Gruppen, wo ich meine Bilder präsentiere. Dort werde ich dann privat angeschrieben und nach dem entsprechenden Werk gefragt. Kalligrafie ist meine Leidenschaft und bislang ein sehr zeitintensives Hobby. Hauptberuflich gehe ich nämlich einer anderen Tätigkeit nach und bin glücklich verheirateter Vater von drei wunderbaren Kindern. Nichtsdestotrotz gehe ich auch auf die Menschen ein, wenn z.B. ein Geburtstagsgeschenk oder ein Hochzeitsgeschenk gewünscht werden sollte. Dies nimmt dann allerdings einige Tage oder ein paar Wochen in Anspruch.

Möchtest du unseren Lesern noch etwas über die hebräische Kalligrafie und die Arbeit als Sofer sagen?

Akiva: Mein Wunsch war es und ist es immer gewesen, etwas in der jüdischen Welt zu bewegen und etwas zurückzugeben. Es macht mir eine unglaubliche Freude und bewegt mein Herz, wenn ich sehe, dass Menschen, egal welche Verbindung sie zum Judentum haben, etwas Jüdisches in ihr Leben integrieren möchten.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sein sollten, dann lassen Sie sich doch einfach mal von den Kunstwerken von Akiva Design verzaubern.