28. November 2019 bis 30. Juni 2020
Sonderausstellung im Rahmen des Projekts WIR WAREN NACHBARN!
“Hinter der Kamera – Jüdische Fotografinnen”

Der Blick, die Perspektive waren ungewöhnlich. Die Objekte wurden auf besondere Weise arrangiert und fotografiert. Der Lichteinfall, starke Kontraste, lange Schatten bestimmten die Gestaltung. Sie experimentierten mit dem Medium Fotografie. Einige von ihnen hatten ihr Examen als Fotografin am Lette-Verein bestanden, andere waren in einem Atelier ausgebildet worden. “Die Riess”, Yva, Marianne Breslauer und Eva Besnyö sind nur einige der Namen der Fotografinnen, die sich in den 1920er Jahren etablierten. Sie waren Teil der Moderne – und sie kamen aus jüdischen Familien. Die verheißungsvollen Karrieren der sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten wurden durch die Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 abgebrochen. Wie die Einzelnen der Verfolgung begegneten, zeigen ihre Biografien.

Am 28. November 2019 wurde die Ausstellung, die von Schülerinnen und Schülern der Grafikklassen des Lette-Vereins gestaltet wurde, mit Grußworten von Bezirksstadträtin Kaddatz sowie der Direktorin der Stiftung Lette-Verein, Frau Madyda, eröffnet.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag und Wochenende jeweils von 10 bis 18 Uhr
(für Gruppen und Schulklassen nach Anmeldung auch freitags)

Eintritt frei
Veranstaltungsort:
Rathaus Schöneberg, Ausstellungshalle
John-F.-Kennedy-Platz 1
10825 Berlin

 

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28.Januar – 29. März 2020

Ausstellungseröffnung am 22. Januar 2020, 18.00 Uhr (Eintritt frei, Einlass bis 19:30 Uhr)
FAMILY BUSINESS – Erinnern als künstlerisches Motiv

“Ich wusste, dass es meine Aufgabe war, etwas dafür zu tun, dass diese verschwundene Welt nicht ganz der Vergessenheit anheimfallen würde”, schrieb Roman Vishniac im Vorwort zu seinem Fotoband A Vanished World (New York 1983). Wie viel Unbewusstes, Ungewusstes tragen wir – persönlich oder kollektiv – auf inneren Schultern durch die Zeit? Wie viele solcher dem Vergessen entrissenen Leerstellen könnten zu Lehrstellen einer Verständigung werden? Wie ist die Vergangenheit im Heute präsent und wie beeinflusst sie uns? Einer biographisch-narrativen Spurensuche widmet sich die Ausstellung FAMILY BUSINESS und versammelt die Werke von dreizehn internationalen Künstler*innen, welche die jüdische Geschichte ihrer Familie oder ihrer Herkunft thematisieren und zugleich weit darüber hinausgehen. Dabei treffen die verschiedensten Narrative in Form von gelebter Geschichte aufeinander. Lebensgeschichtliche Dokumente, biographische Rekonstruktionen und auch Fiktionen rufen die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wach und werden zur Quelle künstlerischer Kreativität und Auseinandersetzung.

 

Die Künstler*innen der Ausstellung setzen ihre Mittel und Medien (Fotografie, Malerei, Objektkunst, Installation, Film, Klang, Collage, Performance) so sensibel wie poetisch ein und animieren zum Hinschauen, Hinhören, Nachdenken. In ihren Soli wie im Zusammenspiel möchte die Ausstellung Identität und Integrität befragen, Empathie und Verstehen dort einfordern, wo Begreifen unmöglich scheint. Ihre Suche führt die Künstler*innen aus ihren verschiedenen Wohnorten nach Polen, Russland, Deutschland, Österreich, Frankreich, ins Vereinigte Königreich, in den Iran, in die USA oder nach Argentinien –, sie verfolgen verloren geglaubte Spuren, finden Antworten und neue Fragen: Wie wirken verschiedene Vergangenheiten in eine komplexe Gegenwart? Was geschieht mit anerzogenen Narrativen, was, wenn diese bestärkt oder gebrochen werden? Wie dehnbar und vielschichtig können strapazierte, vage Begriffe wie jene von Identität oder Heimat sein?
Kuratorinnen der Ausstellung: Anke Paula Böttcher, Dorit Rubin Elkanati und Dr. Dorothea Schöne
Eintritt: 7,00€ normal/ 4,50€ ermäßigt.

Veranstaltungsort: Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, 2. Etage Ausstellungsräume
Oranienburger Straße 28-30
10117 Berlin

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Donnerstag, 27. Februar 2020, 19.00 Uhr
Filmvorführung: Olga Benario, ein Leben für die Revolution
Anschl. Gespräch mit Claudia v. Gélieu, Galerie Olga Benario und Frauentouren

Viele junge Frauen, die Olga Benario begegneten, wurden durch sie ermutigt und strebten ihr nach. Der Film zeichnet die Lebensstationen nach, die die 1908 geborenen Kommunistin und Jüdin legendär machten: die Befreiung ihres Lebensgefährten aus der U-Haft 1928, Aufstand und Verhaftung in Brasilien 1934/35, die Auslieferung der Hochschwangeren an Nazi-Deutschland, ihre Haftstationen im Berliner Frauengefängnis und den Frauen-KZ Lichtenburg und Ravensbrück, ihre Ermordung in der “Euthanasie”-Mordanstalt Bernburg 1942.
Semi-Dokumentarfilm von Galip Iyitanir, 2004, 96 Min.
Veranstaltungsort: BEGiNE – Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V.
exklusiv für Frauen
Potsdamer Str. 139
10783 Berlin-Schöneberg
U2 Bülowstr., U1 Kurfürstenstr., U7 Kleistpark, Bus M48, M85, 187, M19 Haltestelle: U Bülowstr.
Telefon: 030 / 215 14 14