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Bereschit: Schlecht sprechen spielt uns immer noch Streiche

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G’tt warnte Adam: „Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen darfst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du sterben“ (Gen 2,17). Adam hat trotzdem gegessen. Aber er hat es bereut. Daher wurde die Todesstrafe nicht vollstreckt. Adam wurde nur sterblich. Dies wird nicht so sehr als Strafe, sondern vielmehr als natürliche Folge von Adams Ungehorsam erklärt.

Wir bestehen aus einem Körper und einer Seele. Der Körper ist vergänglich. Unsere Seele ist ewig. Wenn wir ewig leben wollen, muss die Seele den Körper vollständig beherrschen. Wenn unsere körperlichen Begierden dominieren, werden wir sterblich. Als Adam von dem Baum aß, tat er das, weil der Apfel „gut zu essen und angenehm für das Auge“ war (Gen 3,6).

Aber Adam erhielt die volle Strafe dafür, dass er dem psychologischen Druck nachgegeben hatte: „Und Er sprach zu Adam: Weil du auf deine Frau gehört hast, … sollst du dein Brot im Schweiße deines Angesichts essen, bis du zur Erde zurückkehrst“ (Gen 3,17-19, Zusammenfassung). Adam hätte G’tt gehorchen sollen. Doch er hörte auf Eva und verlor das ewige Leben.

Leider waren dies nicht nur die Fehler von Adam. Auch heute noch lassen wir uns viel zu sehr davon leiten, „was die Leute sagen“. Der Druck der Umwelt ist enorm. Es ist fast unmöglich, dem sozialen Druck zu widerstehen.Auch unser erster König Scha’ul (Saul) konnte dem Druck des Volkes nicht standhalten, das von ihm verlangte, dass er das Vieh Amaleks verschont (1. Samuel 15). Scha’ul regierte nur zwei Jahre lang, weil er nicht auf G’ttes Befehl, sondern auf das Volk gehört hatte.

Viele unserer Politiker achten heute mehr auf die Wünsche des Volkes und die „Beliebtheitsumfragen“ als auf ihre eigene Meinung oder die Wünsche G’ttes. In der Zeit kurz vor dem Maschi’ach wird die Führung des Volkes wie „das Gesicht eines Hundes“ sein (B.T. Sanhedrin 97a). Der Hund scheint seinem Herrchen voraus zu sein. Aber an jeder Kreuzung schaut er zurück, um zu sehen, wie es weitergehen soll.

Die Tora ist immer noch sehr aktuell: Wir müssen mehr auf G’tt hören. Sogar zur Zeit der Wahlen hier in Israel. G’tt verbietet Klatsch und Verleumdung. Die Schlammschlacht soll endlich aufhören. Es senkt nur das Niveau der gesellschaftlichen Diskussion. Selbst wenn sie durch die Hitze des Gefechts und den „Gruppenzwang“ dazu gezwungen werden. Das ist unwürdig für Israel.

© Oberrabbiner Raphael Evers

Armin Levy

Gründer und Chefredakteur von Raawi Verlag