Die Nominierungen für den Deutschen Zukunftspreis 2020, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, wurden heute in München bekanntgegeben. Die nominierten Teams kommen in diesem Jahr aus Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen, ein Teammitglied aus dem Kanton Bern in der Schweiz.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt mit diesem Preis Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler, Ingenieurinnen und Ingenieure, deren Innovationen den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und dabei sozial und ökologisch nachhaltig sind. Bereits seit 1997 vergibt der jeweils amtierende Bundespräsident den mit 250.000 Euro dotierten Preis.

Am 25. November entscheidet die Jury über die diesjährigen Preisträger. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den Deutschen Zukunftspreis 2020 am Abend desselben Tages bei einer Preisverleihung an das Gewinnerteam übergeben.

 

Für den Deutschen Zukunftspreis 2020 sind nominiert:

Team I: “EUV-Lithographie – neues Licht für das digitale Zeitalter”
Dr. rer. nat. Peter Kürz (Sprecher, Carl Zeiss SMT GmbH, Oberkochen), Dr. rer. nat. Michael Kösters (TRUMPF Lasersystems for Semiconductors Manufacturing GmbH, Ditzingen) sowie Dr. rer. nat. Sergiy Yulin (Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena).

Das Team hat eine neue Fertigungstechnik für Mikrochips unter Einsatz von ultraviolettem Licht mit extrem kurzer Wellenlänge entwickelt. Das Plasma der eingesetzten Lichtquelle wird dabei fast 40-mal heißer als die Oberfläche der Sonne. Hiermit lassen sich Mikrochips der Zukunft herstellen, die besonders leistungsfähig, energieeffizient und kostengünstig sind. Bereits seit zwei Jahren werden die Mikrochips dieser neuen Generation von den führenden Herstellern von Smartphones und Halbleiterprodukten verwendet, und es ist absehbar, dass ihre Verwendung weiter zunehmen wird.

 

Team II: “Robotisches Visualisierungssystem – Effizienz für die Mikrochirurgie”
Prof. Dr. med. Andreas Raabe (Sprecher, Inselspital Bern, Universitätsklinik für Neurochirurgie, Bern, Schweiz), Dr.Ing. Michelangelo Masini sowie Frank Seitzinger, MBA (beide Carl Zeiss Meditec AG, Oberkochen).

Das Team hat ein neuartiges System geschaffen, das die Bereiche Robotik, moderne Assistenzsysteme und Visualisierung miteinander vereint. Das Visualisierungssystem unterstützt bei chirurgischen Eingriffen, indem es das Operationsfeld vollständig visualisiert und wichtige Informationen für die Entscheidungsfindung während der Operation liefert. Die chirurgischen Fachkräfte können dabei ihre Hände permanent im Operationsfeld belassen und sich auf den Eingriff konzentrieren. Das System wurde 2017 eingeführt, seitdem wird es jedes Jahr bei über 300.000 Eingriffen, vor allem in der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, eingesetzt.

 

Team III: “Spritzbare Fassadendämmung mit Glass-Bubbles – nachhaltige, energieeffiziente Isolation von Gebäuden”
Dipl.-Ing. Friedbert Scharfe (Sprecher, Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co., Kasendorf), Prof. Dr.Ing. Thorsten Gerdes (Universität Bayreuth) sowie Dr. rer. nat. Klaus Hintzer (Dyneon GmbH, Burgkirchen).

Das Team hat mit 10 bis 200 Mikrometer kleinen Glashohlkugeln ein neuartiges Dämmsystem für den Gebäudebau geschaffen. Die mineralische Spritzdämmung hat eine besonders hohe Dämmwirkung und Festigkeit und wird nachhaltig produziert. Dadurch ist sie im doppelten Sinne ökologisch nachhaltig. Zusätzlich ist sie flexibel verbaubar und kann auch durch moderne Robotiksysteme aufgebracht werden. Das System wurde im Januar 2019 präsentiert und ist seitdem auf dem Markt erhältlich.

 

© Fotos: Deutscher Zukunftspreis