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In der vorigen Woche lasen wir, wie König Balak von Moav versucht, das Jüdische Volk durch den heidnischen Propheten Bileam verwünschen zu lassen. Es misslang, denn G“tt tat jedes Mal eine Broche (einen Segen) in Bileams Mund, als dieser die Juden verfluchen wollte. Aber letztendlich erteilte Bileam eine tödliche „Ejtze“ (Rat) an Balak: “Verführt die Juden zur Unzucht. G’d hasst Unzucht, und dann kann man gegen sie vorgehen”. So gesagt, so getan. Moabitische Mädchen verführten viele Jüdische Männer und ließen sie, wenn sie etwas „wollten“, sich vor Götzen verbeugen. Letztendlich starben bei diesem Drama 24.000 Männer. Pinchas kann die Plage zum Stillstand bringen.

 

die Kinder des aufständischen Korach sind nicht gestorben

Kurz danach wurden die Stämme wieder gezählt. Bei der Zählung des ersten Stammes Re’uwen (Ruben) stehen einige bemerkenswerte Mitteilungen. Enkelkinder von Ruben waren die Erzquerulanten Dathan und Abiram (vergleich Numeri 16:1-2). Diese Datan und Abiram hatten sich gegen Mosche und Aharon erhoben, zusammen mit der Anhängerschaft von Korach aus dem Stamm Levi. Diese drei Rebellenfamilien wurden nicht mehr (mit)gezählt, da sie durch die Erde verschlungen waren. Aber danach erzählt die Thora, dass die Kinder des aufständischen Korach – Asir, Elkana und Evsajaf – nicht gestorben seien (Num. 26:11).

 

Sie verspürten eine Welle der Reue und wurden gerettet

Dieses ist umso merkwürdiger, da sie diejenigen waren, die ihren Vater bei seiner Revolte gegen Mosche und Aharon unterstützten. Der Midrasch (Hintergrunderklärung) erläutert, dass sie im letzten Augenblick daran anfingen zu zweifeln, ob ihr Vorgehen rechtens sei und dass sie „Teschuwa“ machen wollten. Sie verspürten eine Welle der Reue und wurden gerettet. Sie komponierten Psalmen, die wir noch immer rezitieren und erreichten das Niveau von Propheten. Auf diese Art beseelt, gelangten sie letztendlich in den Geist G“ttes. Obwohl das Judentum den Schwerpunkt auf die richtige Vorgehensweise legt, scheinen das richtige Vorhaben, die guten Absichten und die erhabenen Gefühle auch von Erfolg versprechender Wichtigkeit zu sein.

 

vom Rebell zum Propheten

Der Aufstand von Korach bedeutete einen Frontalangriff auf die Autorität von Mosche und der Thora. Seine Söhne bildeten den harten Kern. Nicht desto trotz konnten sie mit einigen aufrichtigen Gedanken von Einkehr dem Leben eine total andere Wendung geben und vom Rebell zum Propheten, vom Sünder zum Psalmenkomponisten hinauswachsen.

 

Die Einkehr ist das Wichtigste

„Keine (leeren) Sprüche, sondern Taten“ lautet das Sprichwort. Aber hier zeigt die Thora auf, dass man in einem Augenblick der Reue die gesamte Lebensperspektive ändern oder berichtigen kann. Geistige Veränderungen hinterlassen in der alltäglichen Wirklichkeit ihre Spuren. Beim Schofar-Blasen an Rosch Haschana, dem Jüdischen Neujahr, lesen viele den Psalm 49 der Söhne von Korach. Die Einkehr ist das Wichtigste.

 

Author: © Oberrabbiner Raphael Evers | Raawi Jüdisches Magazin