Rabbiner Shneur Trebnik

Als erstes Bundesland benannte Baden-Württemberg am gestrigen Tage Polizeirabbiner. Für Württemberg wurden dabei der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW)  und für Baden Landesrabbiner Mosche Flomenmann von der IKG Lörrach berufen.

Laut der Präambel der Vereinbarung liegt die Aufgabe des Polizeirabbiners unter anderem darin, einen “ethischen und spirituellen Orientierungsrahmen zu schaffen” (ebd. Abs. 3). Sie sollen “durch die Vermittlung des notwendigen Wissens über das heutige jüdische Leben in Deutschland als selbstverständlichem Bestandteil der heutigen deutschen Gesellschaft einen wichtigen Beitrag für den von Offenheit und Toleranz geprägten positiven Umgang der Polizei Baden-Württemberg mit allen Bürgerinnen und Bürgern” (ebd. Abs. 4) leisten sowie zur Festigung der inneren Kultur der Polizei Baden-Württemberg beitragen. Dabei stehen die Polizeirabbiner/innen sowohl den Beschäftigten der Polizei Baden-Württemberg, als auch den Angehörigen zur Verfügung. Israel und die USA dienten als Vorbild für die Einführung von Polizeirabbinern. In beiden Ländern gehören diese bereits seit vielen Jahren zum Polizeileben.

Baden-Württemberg als Vorreiter gegen Antisemitismus

„Ich freue mich, dass wir die Vereinbarung über die Benennung von Polizeirabbinern mit dem Land Baden-Württemberg unterzeichnen konnten. Baden-Württemberg ist damit einmal mehr das erste Land, das neue Wege geht und damit antisemitische Tendenzen, wo auch immer sie auftreten, zurückdrängt. Ich hoffe, dass unser Land das Vorbild und der Vorreiter sein wird für entsprechende Vereinbarungen in allen Bundesländern“, betonte Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden.

„Die Berufung von Polizeirabbiner/innen ist Ausdruck des Vertrauens und der Wertschätzung zwischen dem Land Baden-Württemberg und uns als den jüdischen Gemeinden. Einer wechselseitigen Wertschätzung auf Augenhöhe, in der nicht nur unser Vertrauen in die polizeiliche Arbeit zum Ausdruck kommt, sondern umgekehrt auch ein Vertrauen in die jüdischen Gemeinden und ihre aktive Unterstützung für die Polizisten/innen in deren täglicher Arbeit. Bereits in der Tora wurde die Bedeutung von Richtern und Polizisten hervorgehoben und wir sind gerne bereit, unseren Beitrag zur Stärkung der polizeilichen Arbeit in unserem Land zu leisten“, erklärten Prof. Barbara Traub (Vorstandssprecherin), Susanne Jakubowski und Michael Kashi vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs.

Polizeirabbiner/innen leisten wichtigen Beitrag zur Toleranz

Auf Grundlage einer Empfehlung des Beauftragten der Landesregierung gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, wurde damit zwischen der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, sowie dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration formell eine zukünftige Zusammenarbeit vereinbart.

Die Polizei als Hüterin unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung muss bei der Bekämpfung des Antisemitismus mit allerbestem Beispiel vorangehen. Der Kampf gegen jede Form von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus ist fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung einer jeden Polizeibeamtin und eines jeden Polizeibeamten unseres Landes. Es freut mich, dass die Polizeirabbiner/innen zukünftig einen sehr wichtigen Beitrag zur inneren Kultur der Polizei in Baden-Württemberg leisten und sie hierdurch bei der Erfüllung ihrer Vorbildfunktion unterstützen. Gleichzeitig werden wir auf diese Weise das Vertrauen zwischen den jüdischen Gemeinden und der Polizei weiter stärken“, so Innenminister Thomas Strobl.

 

© Foto: Rabbiner Shneur Trebnik