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Fachtag Antisemitismus und Profifussball

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Die DFL Deutsche Fußball Liga, der World Jewish Congress (WJC) und der Zentralrat der Juden in Deutschland kooperieren erstmals bei der Bekämpfung von Antisemitismus innerhalb und außerhalb des Sports. Unter dem Titel „Antisemitismus und Profifußball: Herausforderungen, Chancen, Netzwerk“ findet am Mittwoch, 30. März 2022, im SIGNAL IDUNA PARK von Borussia Dortmund eine gemeinsame Veranstaltung statt.

An dem ganztägigen Fachtag nehmen Vertreterinnen und Vertreter von Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga, jüdischen Organisationen und Gemeinden sowie weitere Expertinnen und Experten teil. Den für Medien zugänglichen Programmteil, der auch im Livestream verfolgt werden kann, werden Mahmut Özdemir (Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin des Inneren und für Heimat), Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, Vorsitzender des DFL-Aufsichtsrats), Dr. Josef Schuster (Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland), Dr. Maram Stern (WJC-Vizepräsident) sowie Dr. Felix Klein (Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus) eröffnen. Anschließend folgen Impulsvorträge, die das Thema des Fachtags aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Am Nachmittag finden nicht-öffentliche Workshops in verschiedenen Arbeitsgruppen statt.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Antisemitismus in Deutschland ist es von entscheidender Bedeutung, sich fortwährend über diese Thematik auszutauschen, das Problembewusstsein zu schärfen und zu verstehen, wie sich Antisemitismus in neuer und alter Form manifestiert. Durch eine ganzheitliche Betrachtung dieser Fragen und die Untersuchung bewährter Praktiken in der Antidiskriminierungsarbeit können auch Fußballclubs und -verbände ihre Projekte noch besser abstimmen und im Idealfall ihre Bemühungen bündeln, um eine größere Wirkung zu erzielen. Denn wie jeder Bereich der Gesellschaft ist auch der Fußball mit verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus konfrontiert. Zugleich bietet er durch seine Popularität und seine verbindende Funktion vielfältige Möglichkeiten, um positiv in die Gesellschaft zu wirken. Hier setzen die DFL, der World Jewish Congress und der Zentralrat der Juden in Deutschland mit der Konferenz in Dortmund an.

Dieser Schritt folgt dem bereits bestehenden Engagement von Clubs und DFL mit zahlreichen Erinnerungsprojekten und historisch-politischer Bildungsarbeit. Im vergangenen Jahr hatte die DFL-Mitgliederversammlung mit den 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga einstimmig entschieden, die Antisemitismus-Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zu übernehmen und sich damit deutlich und unmissverständlich gegen jede Erscheinungsform von Antisemitismus zu positionieren. Ein gemeinsames Verständnis von Antisemitismus ist eine Voraussetzung für eine wirksame Bekämpfung.

Donata Hopfen, Sprecherin des DFL-Präsidiums und Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung: „Die deutschen Proficlubs und die DFL setzen sich seit vielen Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Antisemitismus und für eine lebendige Erinnerungskultur ein. Die gemeinsame Veranstaltung mit dem World Jewish Congress und dem Zentralrat der Juden in Deutschland ist ein nächster, bedeutender Schritt.“

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: „Antisemitismus ist in Fußballstadien leider keine Seltenheit. Viele Vereine haben dies mittlerweile erkannt und haben gute Initiativen gestartet. Diese Konferenz will darauf aufbauen und die bisherigen Anstrengungen bündeln, um nachhaltig und gemeinsam Judenhass zu bekämpfen.“

Maram Stern, Vizepräsident des World Jewish Congress: „Fußballligen, die Fans aus allen Gesellschaftsschichten haben, sind in einer einzigartigen Position, um Gespräche anzustoßen, die der Gesellschaft als Ganzes zugute kommen. Wir möchten unseren Freunden bei der Deutschen Fußball Liga und Borussia Dortmund dafür danken, dass sie unsere Kampagne zur Bekämpfung von Antisemitismus sowohl in Deutschland als auch weltweit verstärken.“

Sandra Borchert

Redaktion und Redaktionsleitung