Breaking News

Beha’alotecha: Die Kraft der Tora als Licht für alle Völker

Lesezeit: 2 Minuten

Die Parscha beginnt mit dem Anzünden der Menora. Die Menorah ist eine jüdische Waffe, ein jüdisches Banner. Aber was ist daran spezifisch jüdisch? Viele andere Völker wählten einen Löwen oder einen Adler als Zeichen von Macht und Stärke in ihr Staatswappen!

Nicht durch Gewalt sondern durch meinen Geist

Zwei Olivenzweige flankieren die Menora. Der Prophet Zacharias erklärt dies: Da antwortete der Engel: “Weißt du nicht, was das bedeutet? Ich sagte: “Nein, mein Herr. Dann sagte er: “Dies ist das Wort G’ttes an Serubbabel: Nicht durch Kraft noch durch Gewalt, sondern durch meinen Geist, spricht G’tt der Heerscharen” (4,4-7, Kurzfassung).

 

Das jüdische Wappen symbolisiert geistige Kraft

Serubbabel war der Mann, der die ersten Verbannten aus dem babylonischen Exil nach Israel zurückbrachte (5. Jahrhundert v.).

Das jüdische Wappen symbolisiert geistige Kraft. Die Menora wird als einer der Gegenstände im Tabernakel in der Wüste und später im Jerusalemer Tempel beschrieben.

 

drei Funktionen

Maimonides (12. Jahrhundert) lehrt, dass der Tempel drei Funktionen hatte:

– Hier konnte die Schechina, die G’ttliche Anwesenheit auf Erden ruhen, obwohl G’tt natürlich keine Wohnung braucht. Wir Menschen brauchen die G’ttliche Gegenwart in unserer Mitte.

– Der Tempel war auch der einzige und exklusive Ort, an dem man G’tt Opfer darbringen durfte.

– Der Tempel diente außerdem als Mittelpunkt für Pilgerfahrten zum heiligsten Ort der Welt, dem Tempelberg.

 

Trotz aller internationalen Einmischung zu diesem Platz bleibt er ein Ort der heiligen Inspiration, denn die Schechina, die G’ttliche Anwesenheit, hat die westliche Tempelmauer, die Klagemauer, nie verlassen.

 

Dreimal in der Tora

Chassidische Meister weisen auf diese drei Funktionen hin, weil die Tora sie als solche bezeichnet.

–       In Exodus Kapitel 25 (Verse 31-40) wird die Menora als Teil der Wohnung G’ttes inmitten der Bnei Jisrael (Israeliten) beschrieben.

– Dann heißt es zu den Jamim tovim (Festtagen): “Befiehl den Israeliten, dass sie dir reines Öl aus zerkleinerten Oliven zum Licht bringen, damit eine Lampe ständig brennt” (Lev. 24:2 ff.). Bei den Pilgerfesten kamen alle Juden in den Tempel, um sich inspirieren zu lassen.

– Und schließlich erscheint die Menora zum dritten Mal in unserer Parscha. Hier wird sie als Teil der Opfer behandelt.

Wir opfern G’tt das Licht. Aber braucht G’tt unser Licht? Nein. G’tt ist das Licht der Welt. Die Menora symbolisiert die Kraft der Tora als Licht für alle Völker.

© Oberrabbiner Raphael Evers

Armin Levy

Gründer und Chefredakteur von Raawi Verlag