Bundespräsident Steinmeier widmet am 2. November 2020 ab 20.00 Uhr dem Dichter Paul Celan einen Kulturabend in Schloss Bellevue. Einhundert Jahre nach Celans Geburt und im fünfzigsten Jahr nach dessen Tod ehrt der Bundespräsident den großen deutschsprachigen Dichter mit Beiträgen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler in einer digital übertragenen Soiree.

Musik, Lesungen und ein Gespräch lassen Bezüge zu Paul Celans Leben und Werk anklingen. Sie befassen sich mit der einzigartigen sprachlichen Leistung des Dichters, der seit der Deportation und dem Tod seiner Eltern sowie seinem Fortgang aus der Herkunftswelt der Bukowina mit dem Anderssein und der Fremdheit zu kämpfen hatte.

Die Beiträge verdeutlichen die Tiefe und Vielschichtigkeit eines Dichters, dem “inmitten der Verluste” nur die Sprache “erreichbar, nah und unverloren” geblieben war. Unter anderem lesen Jens Harzer und Marina Galić. Maria Stepanova gibt einen Impuls, Marcel Beyer und Helmut Böttiger diskutieren, und die diesjährige Trägerin des Jazzpreises Berlin tritt auf mit Anklängen an das Saint Germain-des-Prés der fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Der Abend sollte ursprünglich im April 2020 stattfinden, musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden und findet nun in einer vor allem digitalen Veranstaltungsform statt. In Schloss Bellevue werden die Künstlerinnen und Künstler und einige wenige Gäste sein.

Paul Celan war ein in Rumänien geborener deutschsprachiger Dichter und Übersetzer. Er wurde als Paul Antschel in einer jüdischen Familie in Cernăuți (deutsch: Czernowitz), im damaligen Königreich Rumänien (heute Czernivtsi, Ukraine), geboren und nahm das Pseudonym “Paul Celan” an. Er wurde zu einem der wichtigsten deutschsprachigen Dichter der Nachkriegszeit.

Raawi – Jüdisches Magazin wird von der Veranstaltung berichten.

 

 

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