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Pessach für jung und alt

Lesezeit: 3 Minuten

Liebe Jungen und Mädchen, liebe Eltern. Bald ist wieder Pessach. Mit dem Sederabend und den Geschichten des Auszugs, dem Jetziat Mitzraim.

 

Wussten Sie, dass am Seder-Abend die Zahl vier häufig vorkommt? Wissen Sie, was ich meine?

 In Ma Nischtana gibt es vier Fragen der Kinder. Es gibt vier Söhne, den Chacham, der weise Sohn, den Rascha, der böse Sohn,  den Tam, der einfache Sohn, und den Aino Jode’a Lisch’ol, der Sohn, der noch keine Fragen stellen kann. Und es gibt auch vier Becher Wein.

 

 Woran erinnert uns die Zahl vier?

Die Zahl vier erinnert uns an die vier Erzmütter: Sara, RivkaRachel und Lea.Sie waren sehr gute Frauen.

Vier erinnert uns auch an die vier Arten, in denen die Juden in Mitzraim (Ägypten) anders waren als die Ägypter.

 

Wissen Sie, wie sie sich unterschieden haben?

1.   Sie hatten unterschiedliche Kleidung.

2.   Sie hatten eine andere Sprache.

3.   Sie hatten unterschiedliche Namen.

4.   Und sie waren auch sehr freundlich zueinander.

Wir können eine Menge von ihnen lernen!

 

Die Sederplatte

Sehen Sie sich die Sederplatte an. Auf der Sederplatte befinden sich drei Matzot:

einer ist der Kohen, die zweite ist die Levi undder dritte ist der Jisra’el.

 

Sie wissen, dass die mittlere Matza zerbrochen wird. Der kleinste Teil wird wieder auf die Sederplatte zurückgelegt.

Den größeren Teil stecken wir weg, zum Beispiel in ein Kissen oder eine spezielle Tasche. Das ist der Afikoman.

Wir bewahren den Afikoman bis nach der Mahlzeit auf. Du versuchst natürlich, den Afikoman zu bekommen, und bekommst dann ein schönes Geschenk. Aber ich werde Ihnen ein wenig erklären, was der Afikoman eigentlich ist.

Der kleinste Teil der mittleren Matza bleibt auf dem Teller. Das ist lechem onni, wie das Brot eines Armen. Denn ein armer Mann oder eine arme Frau legt den größten Teil des Brotes für morgen zurück. Heute isst er/sie so wenig wie möglich.

 

Warum stecken wir den Afikoman in eine Tasche oder unter das Kopfkissen?

Vielleicht ist es eine Erinnerung an die Mitzwa (Gebot) aus der Tora, die Matzot gut zu aufzubewahren. Aber man muss es richtig wegräumen. Sonst wird es mit anderen Matzot verwechselt.

 Ein wichtiger Grund für den Afikoman ist, dass er Kinder aktiv hält. Denn der Sederabend ist vor allem für Kinder gedacht. Es geht darum, die Kinder den Jetziat Mitzraim, den Auszug aus Ägypten, noch einmal erleben zu lassen. Und es gibt Maror.

Maror gibt es auch auf der Sederplatte. Sehen Sie sich die Sederplatte an. Es sind viele Dinge darauf zu finden. Maror ist bitter.  Maror erinnert uns an die Bitterkeit der Sklaverei.

Die Zero’a auf der Sederplatte erinnert an das Korban Pessach, das Pessachopfer im TempelDas Ei (beitsa) ist mit dem Jüdischen Volk vergleichbar. Je härter man ein Ei kocht, desto härter wird es.

Das Gleiche galt für Am Jisra’el, das Jüdische Volk in Mitzraim, Ägypten: Je härter sie unterdrückt wurden, desto stärker wurden sie. Charoset ist eine Mischung aus Rosinen, Mandeln, Äpfeln, Nüssen, Wein und Zimtstangen. Charoset erinnert an den Stein oder Ton oder Zement, mit dem die Juden arbeiten mussten.

 Schöne Gedanken, die wir am Seder teilen können.

 

Pessach kascher wesameach!

Oberrabbiner Raphael Evers

Foto: © Shutterstock

Armin Levy

Gründer und Chefredakteur von Raawi Verlag