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Die Hamburgische Bürgerschaft und der Hamburger Senat haben am heutigen Volkstrauertag der Opfer von Krieg, NS-Gewaltherrschaft und Terrorismus auf der ganzen Welt gedacht. Die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Carola Veit und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank legten an dem Internationalen Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und an der Ernst-Barlach-Stele Kränze nieder. Anschließend fand eine zentrale Gedenkstunde im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses statt.

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit sagte in ihrer Rede an der Ernst-Barlach-Stele: „Wir gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Terrors und der Toten der beiden Weltkriege. Wir rufen uns das Grauen von Krieg und Terror ins Gedächtnis, um den Gedanken des „nie wieder“ wach zu halten. Das Gedenken am Volkstrauertag hat im Laufe der Jahre eine Entwicklung zu mehr Realitätsbezug und Zukunftsverantwortung erlebt. Nicht nur die schrecklichen Ereignisse in Hanau, Halle, am Bornplatz und anderen Orten rufen danach. Die Hamburgische Bürgerschaft und die zahlreichen anderen beteiligten Organisationen halten dieses Gedenken auch 76 Jahre nach der Befreiung wach. Der Ungeist lässt sich nicht auslöschen, aber wir können ihn bändigen, ihm Einhalt gebieten. Dies meint das „nie wieder“ aus dem Mund aller Demokratinnen und Demokraten!“

Während der Zeremonie an der Ernst-Barlach-Stele sprach auch Stefan Romey, der Vorsitzende der Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte.

Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank betonte in ihrer Rede an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: „Heute gilt mehr denn je die Aufforderung an uns alle: wir müssen Antisemitismus, Rassismus, Ablehnung und Ausgrenzung von Minderheiten mutig und entschieden entgegentreten. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst an das Leid von Opfern von Krieg und Gewalt erinnern. So können wir besser verstehen, dass Freiheit und Frieden nicht selbstverständlich sind, sondern jeden Tag von uns aufs Neue erkämpft und verteidigt werden müssen. Dabei ist für mich das Entscheidende, die Trauer und das Gedenken mit Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zu verbinden.“

Weitere Rednerin in Neuengamme war die Präsidentin des spanischen Häftlingsverbandes, Frau Balbina Rebollar Batalla.

Zur zentralen Gedenkstunde im Großen Festsaal des Rathauses begrüßten Präsidentin Carola Veit und die Vorsitzende des Hamburger Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Karen Koop, die Gäste. Die Gedenkrede hielt die Historikerin Prof. Dr. Dr. h.c. Ute Frevert, Direktorin des Forschungsbereiches Geschichte der Gefühle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Die Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank, sprach im Anschluss das Totengedenken.

Der Volkstrauertag 2021 wurde, wie in den vergangenen Jahren, in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geplant und durchgeführt.