Breaking News

Warum Bildschirmpausen für Kinderaugen wichtig sind

Lesezeit: 5 Minuten

Kinder verbringen mehr Zeit als je zuvor mit dem Anstarren von Bildschirmen – auf Computern, Tablets, Fernsehern, Smartphones und anderen Geräten. All diese Zeit am Bildschirm kann sich negativ auf das Wohlbefinden der Kinder auswirken, auch auf das Wohlbefinden ihrer Augen.

Untersuchungen zeigen, dass Kinder bereits im Alter von 6 Monaten beginnen, auf digitale Mediengeräte wie die Tablets oder Smartphones ihrer Eltern zu starren. Studien haben ergeben, dass Kinder im Teenageralter fast 7 Stunden täglich mit Bildschirmmedien verbringen, fernsehen, Videospiele spielen und soziale Medien nutzen. Vor allem, wenn es ihnen Spaß macht, können Kinder bis zur völligen Erschöpfung spielen und fernsehen.

Dabei ist die zusätzliche Zeit, die sie in der Schule und bei den Hausaufgaben mit Bildschirmen verbringen, noch gar nicht berücksichtigt.

Warum Bildschirmpausen wichtig sind

Langes Starren auf einen Bildschirm ohne Pausen kann zu folgenden Symptomen führen.

Ermüdung der Augen.
Die Muskeln rund um das Auge können, wie alle anderen Muskeln auch, durch ständige Nutzung ermüden. Die Konzentration auf einen Bildschirm über einen längeren Zeitraum kann zu Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen im Bereich der Schläfe und der Augen führen. Kinder benutzen Bildschirme auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen, was zu Ermüdungserscheinungen durch Blinzeln führen kann.

Verschwommenes Sehen.
Wenn man über einen längeren Zeitraum auf dieselbe Entfernung starrt, kann das Fokussierungssystem des Auges verkrampfen oder vorübergehend “blockieren”. Dieser als Akkommodationskrampf bezeichnete Zustand führt dazu, dass die Sicht des Kindes verschwimmt, wenn es vom Bildschirm wegschaut. Einige Studien deuten auch darauf hin, dass Computernutzung und andere Aktivitäten in geschlossenen Räumen zu einem Anstieg der Myopie (Kurzsichtigkeit) bei Kindern führen können, obwohl dies noch nicht bewiesen ist. Mehr Zeit im Freien zu verbringen, kann zu einer gesünderen Entwicklung der Sehkraft bei Kindern führen.

Trockene Augen.
Studien zeigen, dass Menschen deutlich seltener blinzeln, wenn sie sich auf einen digitalen Bildschirm konzentrieren, was zu trockenen und gereizten Augen führen kann. Die Verwendung von Desktop- und Laptop-Computern kann für Kinderaugen besonders anstrengend sein, da sie sich normalerweise weiter oben im Gesichtsfeld befinden als beispielsweise ein Buch. Infolgedessen sind die oberen Augenlider weiter geöffnet, was die Verdunstung des Tränenfilms des Auges beschleunigt.

Was Eltern tun können
Überwachen Sie die Bildschirmzeit. Der Mediennutzungsplan der American Academy of Pediatrics (AAP) für Familien und die dazugehörigen Berichte befassen sich mit Problemen, die von Fettleibigkeit bis hin zu Schlafproblemen im Zusammenhang mit zu viel Bildschirmzeit reichen. Obwohl die Bildschirmzeit der Kinder während der COVID-19-Pandemie verständlicherweise zugenommen hat, ermutigt die AAP die Eltern, ihr Bestes zu tun, um ein gewisses Gleichgewicht zwischen der digitalen und der realen Welt zu wahren.

Schlaf
Zu wenig Schlaf führt zu müden, schmerzenden Augen. Die AAP empfiehlt, dass Kinder nicht mit Geräten wie Fernsehern, Computern und Smartphones in ihren Schlafzimmern schlafen. Außerdem empfiehlt die AAP, den Kontakt mit Bildschirmen eine Stunde vor dem Schlafengehen zu vermeiden. Die Nutzung von Geräten nach der Schlafenszeit, insbesondere von Videospielen oder Gewaltsendungen, kann den Schlaf beeinträchtigen. Studien deuten außerdem darauf hin, dass das blaue Licht, das von Bildschirmen ausgeht, das Einschlafen ebenfalls erschweren kann.

Bewegung 
Legen Sie das Gerät weg oder entfernen Sie sich vom Computer oder Fernseher, um Augen- und Sehprobleme durch zu viel Bildschirmarbeit zu vermeiden. Die AAP empfiehlt, dass sich Kinder ab 6 Jahren täglich 60 Minuten körperlich betätigen. Aktives Spielen ist die beste Bewegung für kleine Kinder. Das Spielen im Freien kann auch ein großartiges Training für die Sehkraft von Kindern sein, da sie so die Möglichkeit haben, sich auf verschiedene Entfernungen zu konzentrieren und natürliches Sonnenlicht zu genießen.

Machen Sie häufig Pausen.
Kinder sind oft so vertieft in das, was sie gerade tun, dass sie die Symptome einer Überanstrengung der Augen nicht bemerken. Erinnern Sie sie daran, Pausen zu machen. Die American Optometric Association empfiehlt die 20/20/20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten vom Bildschirm weg und konzentrieren Sie sich mindestens 20 Sekunden lang auf ein Objekt, das mindestens einen Meter entfernt ist. Darüber hinaus sollten Kinder jede Stunde mindestens 10 Minuten lang vom Bildschirm weggehen. Ein einfacher Timer kann Ihrem Kind helfen, sich daran zu erinnern, und es gibt sogar Softwareprogramme, die den Bildschirm in regelmäßigen Abständen ausschalten.

Denken Sie daran, zu blinzeln.
Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie besagt, dass das Starren auf einen Computer die Blinzelrate um die Hälfte reduzieren und trockene Augen verursachen kann. Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, besonders in den Pausen zu blinzeln. Ihr Kinderarzt oder Augenarzt kann befeuchtende Augentropfen oder einen Raumbefeuchter empfehlen, wenn Ihr Kind weiterhin unter trockenen Augen leidet.

Positionierung des Bildschirms.
Achten Sie darauf, dass sich der Bildschirm des Desktops oder Laptops Ihres Kindes etwas unterhalb der Augenhöhe befindet. Der Blick nach oben auf einen Bildschirm öffnet die Augen weiter und trocknet sie schneller aus. Einige Experten empfehlen, die Bildschirme von Geräten nach der 1/2/10-Regel zu positionieren: Mobiltelefone idealerweise in einem Meter Höhe, Desktop-Geräte und Laptops in einem Meter Höhe und Fernsehbildschirme in etwa einem Meter Höhe (je nachdem, wie groß der Bildschirm ist). Das Anpassen der Schriftgröße – insbesondere bei kleineren Bildschirmen – auf die doppelte Größe, die Ihr Kind bequem lesen kann, kann ebenfalls zur Verringerung der Augenermüdung beitragen.

Achten Sie auf die Beleuchtung.
Um Blendung und Ermüdung der Augen zu vermeiden, sollten Sie bei der Verwendung eines Computers oder eines anderen Bildschirms die Beleuchtungsstärke im Raum berücksichtigen. Idealerweise sollte die Beleuchtung etwa halb so hell sein wie bei anderen Tätigkeiten, z. B. beim Schreiben auf Papier oder beim Basteln. Versuchen Sie, den Computer so aufzustellen, dass das Licht von nicht abgedeckten Fenstern, Lampen und Deckenleuchten nicht direkt auf den Bildschirm strahlt. Verringern Sie die Helligkeit des Bildschirms auf ein für das Sehen angenehmeres Niveau. Einige Augenärzte empfehlen spezielle Computerbrillen mit orangefarbenen Gläsern, die ebenfalls zur Verringerung der Blendung beitragen können. Bei Kindern, die eine verschreibungspflichtige Brille tragen, kann auch eine Antireflexionsbeschichtung angebracht werden. Auch Abdeckungen für den Computermonitor oder Schirme, die am Bildschirm befestigt werden, können eine Option sein.

Gehen Sie regelmäßig zu Sehtests.
Wenn Ihr Kind verschwommen sieht oder ähnliche Augenprobleme hat, spricht es vielleicht nicht darüber. Deshalb sind regelmäßige Sehtests so wichtig. Experten empfehlen, die Augen von Kindern bei den Vorsorgeuntersuchungen ab der Geburt von einem Kinderarzt untersuchen zu lassen. Wenn bei einer dieser Routineuntersuchungen ein Problem festgestellt wird, kann Ihr Kinderarzt Sie an einen Kinderaugenarzt überweisen.

 

Sandra Borchert

Redaktion und Redaktionsleitung