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In einem Bericht über den Prozess der ehemaligen KZ-Aufseherin Irmgard F., hat die Süddeutsche Zeitung einen fatalen Fehler begangen. Durch einen Fehler bei der Bildrecherche verwechselte der Redakteur die KZ-Aufseherin mit der Holocaustüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch. Sichtlich peinlich berührt entschuldigte sich die Süddeutsche Zeitung persönlich bei Frau Lasker-Wallfisch. Allerdings zeiht dieser Irrtum weitaus größere Kreise als gedacht. Auch in russischen Nachrichtenblogs wurde das falsche Bild bereits verwendet. Wie die Betroffene über diesen Irrtum denkt, ist der Raawi Redaktion derzeit noch nicht bekannt.

 

Anita Lasker-Wallfisch wurde am 17. Juli 1925 in Breslau geboren. Sie ist eine deutsch-britische Cellistin und eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz.
Anita wurde im Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert. Als verurteilte Kriminelle war sie ein Karteihäftling, wurde mit einem Gefangenentransport in das Lager gebracht und entging so der bei Sammeltransporten mit Juden üblichen Massenselektion, bei der die meisten sofort in die Gaskammern geschickt und dort ermordet wurden. Sie bekam die Häftlingsnummer 69388. Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurde im Lager bekannt, dass sie Cello spielen konnte. Man gab ihr ein mit nur drei Saiten bestücktes Instrument und ließ sie in dem bislang nur aus Violinisten und Mandolinenspielern bestehenden Häftlingsorchester unter der Leitung von Alma Rosé mitspielen. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager. Sie war Zeugin im Bergen-Belsen-Prozess, der Mitte November 1945 endete

 

© Foto: Privatarchiv Maya Lasker-Wallfisch