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Hamburg in neuer Phase der Corona-Pandemie

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Hohe Grundimmunisierung der Bevölkerung erreicht, weiter öffentliches Impfangebot

Die von der Bürgerschaft festgestellte pandemische Lage in Hamburg läuft zum 30. April 2022 aus. Zahlreiche der zuletzt noch geltenden Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen entfallen ab dem Sonnabend. Der Großteil der Bevölkerung ist durch eine hohe Impfquote bzw. Genesung gegen einen schweren Krankheitsverlauf des Coronavirus geschützt, sodass sich Hamburg am Übergang zu einer neuen Phase der Pandemieeindämmung befindet. Weiterhin gibt es ein öffentliches Impfangebot.

Alle Hamburgerinnen und Hamburger hatten die Gelegenheit, eine Corona-Schutzimpfung zu erhalten. 16 Monate nach dem Start der Impfkampagne kann die Grundimmunisierung der Bevölkerung in Hamburg als weitestgehend abgeschlossen gelten: 95 Prozent der Erwachsenen in Hamburg haben eine vollständige Impfserie der Corona-Schutzimpfung erhalten, über 71 Prozent der Erwachsenen auch eine Booster-Impfung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist von über 455.000 überstandenen Corona-Infektionen (Genesungen) auszugehen. Auch dies trägt zum Immunisierungsniveau in der Bevölkerung bei.

 

Gesundheits- und Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: „In den zurückliegenden Monaten der Pandemie musste der Senat häufig weitreichende Entscheidungen unter ungewissen Bedingungen treffen. Daran, dass wir nicht in die Zukunft schauen können, ändert sich nichts. Aber anders als noch vor einem Jahr sind wir nun in einer Situation, in der wir nicht mehr befürchten müssen, dass viele Menschen auf einmal nach einer Infektion mit schwersten Erkrankungen im Krankenhaus versorgt werden müssen. Es kann noch zu Ansteckungen kommen, sogar in hoher Zahl. Fast alle Hamburgerinnen und Hamburger sind aber nun so gut wie möglich vor schweren Krankheitsverläufen geschützt. Die hohe Impfquote in der Stadt ist hierfür die Grundlage. Es kann aber keinen absoluten Schutz vor allen Risiken geben, weil dafür dauerhaft erhebliche Einschränkungen nötig wären. Wir leben daher nun mit viel weniger vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen – auch wenn wir natürlich weiterhin keine Gewissheit über Entwicklungen des Virus haben. Wir sind aber zugleich vorbereitet, um auf mögliche Entwicklungen reagieren zu können.“

 

Dr. Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg: „Die Pandemie ist nach dem 30. April noch nicht vorbei, auch wenn wir jetzt in eine Phase mit mehr Freiheiten gehen. Und das bedeutet auch, die richtige Balance zwischen Freiheit und verantwortungsbewusstem Handeln zu finden. Daher meine Bitte: Tragen Sie weiterhin eine Maske und halten Sie Abstand, wenn Sie mit vielen Menschen zusammentreffen. Und testen Sie sich, wenn Sie Corona-Symptome haben. Entweder zuhause oder in den Testzentren, die weiterhin kostenlose Bürgertests anbieten.“

 

Corona-Schutzimpfungen in Hamburg seit Dezember 2020

Nachdem die Schutzimpfungen aufgrund des knappen verfügbaren Impfstoffes anfangs nur ausgewählten Gruppen angeboten werden konnten, hatten Ende April 2021 bereits rund ein Viertel der Hamburgerinnen und Hamburger mindestens eine Impfung erhalten. Nach dem Sommer war eine Situation erreicht, in der die Nachfrage nach Impfungen vollständig im Rahmen des ärztlichen Regelsystems abgedeckt und das mit hohem Aufwand verbundene zentrale, staatliche Impfangebot abgebaut werden konnte. Durch mobile, dezentrale Angebote seitens der Stadt Hamburg wurden weitere Maßnahmen unternommen, um die Schutzimpfungen möglichst umfassend und flächendeckend anzubieten. Im weiteren Jahresverlauf wurde deutlich, dass aus wissenschaftlicher Sicht eine weitere, so genannte Auffrischungsimpfung für die weite Teile der Bevölkerung sinnvoll erscheint. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte konnten die daraus resultierende kurzfristige Nachfrage nicht allein bedienen. Wenige Tage nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission hinsichtlich der Auffrischungsimpfungen legte die Sozialbehörde am 19. November 2021 Planungen zur kurzfristigen, erheblichen Ausweitung des öffentlichen Impfangebots vor. Binnen einer Woche war in jedem der Hamburger Bezirke ein Impfzentrum eingerichtet. Rund um den Jahreswechsel 2021/22 erreichte die Zahl der in einer Woche durchgeführten (Auffrischungs-) Impfungen mit rund 40.000 in den städtischen Angeboten und rund 100.000 in den Arztpraxen einen Höchstwert. Mit 9 Impfzentren über alle Hamburger Bezirke hinweg, Impfstationen an 17 Krankenhäusern, einem zentralen Kinder-Impfzentrum, und bis zu 10 mobil aufgebauten Impfstationen im ganzen Stadtgebiet konnten viele Tausend Impfungen täglich angeboten werden. Die Nachfrage ging seitdem deutlich auf zuletzt etwa 1.500 pro Woche in den städtischen Angeboten durchgeführte Impfungen zurück, weshalb das städtische Angebot vor dem Hintergrund der erzielten Impfquoten zum Ende des Monats April erheblich reduziert wird. Über 4,1 Millionen Impfdosen sind bis zu diesem Zeitpunkt verabreicht worden.

 

Hamburg hält weiterhin ein öffentliches Angebot für Corona-Schutzimpfungen vor

Auch weiterhin sollen bedarfsgerechte Impfkapazitäten die Strukturen des Regelsystems – also Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzte – ergänzen. Um kurzfristig auf mögliche, entstehende Bedarfe reagieren zu können, wird dazu eine Infrastruktur in Form von zwei Impfzentren beibehalten. Es sind Planungen vorbereitet, um die Kapazitäten bei Bedarf kurzfristig erheblich auf über 20.000 Impfungen pro Woche auszuweiten, die gegebenenfalls zusätzlich durch Standorte an Krankenhäusern ergänzt würden.

Am Standort „Terminal Tango“ (Flughafen) sowie am Standort „Harburg Arcaden“ wird ab dem Mai 2022 ein täglich geöffnetes, öffentlich finanziertes Impfangebot vorgehalten. Beide Orte wurden wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage ausgewählt und können mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus allen Bereichen der Stadt erreicht werden. Die Details zu Öffnungszeiten und Erreichbarkeit werden zeitnah unterwww.hamburg.de/corona-impfung aktualisiert.

Weiterhin sollen daneben mobile Impfangebote gemacht werden, auch hierfür ist durch die Stadt Hamburg ein entsprechender Auftrag erteilt worden.

Impfstrategie der Stadt ab Mai angepasst

Mit dieser skalierbaren Infrastruktur trägt die Sozialbehörde der Tatsache Rechnung, dass – bedingt durch Entwicklungen, die derzeit noch nicht absehbar sind – möglicherweise erneut ein Erfordernis entstehen könnte, kurzfristig eine hohe Zahl an Impfungen zu ermöglichen. Abhängig von der konkreten Natur möglicher Entwicklungen kann aufgrund der angestellten Planungen kurzfristig reagiert werden.

Testangebot bleibt bestehen

Die Testverordnung des Bundes sieht weiterhin – zunächst befristet bis Ende Juni – die Finanzierung von Antigen-Schnelltests vor. An zahlreichen Orten im gesamten Stadtgebiet stehen auf Grundlage dieser Finanzierung weiterhin kostenlose Testmöglichkeiten im Rahmen der sog. Bürgertests zur Verfügung: www.hamburg.de/corona-schnelltest/.

Weiterhin gilt: nach positivem Test zu Hause bleiben

Wessen Schnelltest positiv ausfällt, muss sich isolieren und einen PCR-Test durchführen lassen. Bestätigt der Laborbefund eine SARS-CoV-2-Infektion, ist die weitere Isolation zu Hause verpflichtend vorgeschrieben. Das gilt aufgrund der Coronavirus-Eindämmungsverordnung des Senats auch weiterhin – einer gesonderten Anordnung durch das Gesundheitsamt bedarf es nicht. Das bedeutet: Sobald eine Infektion bekannt ist, muss man zu Hause bleiben. Auch die Dauer der Isolation wird in der Verordnung geregelt. Sie soll aufgrund wissenschaftlicher Empfehlungen und der Abstimmung zwischen den Gesundheitsministerien aus Bund und Ländern auf eine einheitliche Dauer verkürzt werden.

 

© Pressestelle des Senats

Armin Levy

Gründer und Chefredakteur von Raawi Verlag