Seit  Monaten hält uns der Corona -Virus in Atem. Mal abgesehen von den sozialen Einschränkungen und den damit oftmals verbundenen psychischen Belastungen, belastet die Maskenpflicht auch unsere Haut. Was  man gegen die sogenannte “Maskenakne” tun kann, wenn man nicht auf chemische Kosmetika zurückgreifen möchte und warum man durch mehr Lachen langsamer altert, erklärte uns Naturwissenschaftlerin und Doktor der Biologie und Biochemie, Dr. Andrea Pahmeier.

 

Raawi: Frau Dr. Pahmeier, im Sommer wurde unsere Haut beim Tragen der Maske ja bereits sehr durch die heißen Temperaturen gereizt. Nun kommt im Herbst die trockene Luft dazu. Was kann ich in diesen Zeiten gegen die Maskenakne tun? 

 

Dr. A. Pahmeier: Vielleicht sollten wir zunächst einen Schritt zurück gehen und uns fragen, wie entsteht diese sogenannte Akne eigentlich, denn sie ist quasi das Resultat einer Reihe von Einflüssen, die durch die Maske begünstigt oder ausgelöst werden. Zudem handelt es sich oft um verschiedene Hautirritationen oder Verstärkungen bereits bestehender Problem, die alle unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Daher sind die Tipps auch immer vor dem Hintergrund des eigenen Hautbilds zu betrachten. Nicht das wir uns hier falsch verstehen, eine Maske ist, gerade im Hinblick auf eine größere, anlaufende 2. Welle wichtig, insbesondere in Kombination mit genügend Abstand. Demgegenüber ist die „Maskenakne“ nicht schön aber, nicht zu vergleichen mit dem Virus.

Wie also kommt es zu solchen Hautirritationen?  Unter der Maske bildet sich durch unseren Atem ein wunderbar warmer, feuchter Raum, ein geradezu ideales Klima für ein ausgedehntes Bakterienwachstum. Zudem lässt diese Feuchtigkeit, gerade im beruflichen Umfeld, wo oft über viele Stunden eine Maske konstant getragen werden muss, die obersten Hautschichten aufquellen und setzt damit die mechanische Stabilität zudem herab. Neben der gesammelten Feuchte und der leichteren mechanischen Schädigung addieren sich noch Fett, Schmutz, Schweiß und Hautschuppen zu diesem Mix, der dann Poren verstopfen kann. Dank der mechanischen Reizung an den feinsten Härchen, die sich an vielen Poren im Gesicht befinden, ist die Fettproduktion vielfach bereits erhöht, kann nun aber nicht mehr ausreichend nach außen abfließen und wird jetzt leichter von Bakterien besiedelt, die hier ideale Bedingungen, sprich quasi Nährböden, vorfinden. Ergo, Pusteln und viele Pickel, Hautrötungen, Brennen und Irritationen. Wer jetzt meint, seine Haut verstärkt reinigen zu müssen, gegebenenfalls mit mehrfachem Peeling, reizt und öffnet die Haut für weitere Läsionen und Probleme.

Was also ist zu tun, damit es erst gar nicht soweit kommt oder, wenn es passiert ist, der Haut Heilungsmöglichkeiten gegeben werden?

Als erstes sollte auf das Material der Gesichtsmaske geachtet werden. Viele Stoffe halten die Feuchtigkeit und geben sie kaum oder nur ungenügend ab. Daher sollten Masken, sobald sie sich feucht anfühlen, unbedingt gewechselt werden. Das hält nicht nur die Feuchtigkeit von der Haut, sondern reduziert auch das Bakterienwachstum. Handelt es sich um wiederverwendbare Masken, so sind diese entsprechend zu reinigen, am besten, wenn möglich, bei 90° C in der Waschmaschine, anschließend im Trockner und/oder heiß gebügelt. Im Alltag, natürlich immer mit sicherem Abstand und am besten im Freien, die Maske, wenn es geht, alle 2 Stunden so lang wie möglich absetzen, damit sich die Haut erholen kann.

Was ist bei der Hautpflege zu beachten und gibt es vielleicht kleine Dinge aus dem täglichen Haushalt oder eigenen Kühlschrank, die man zu Hautpflege benutzen kann……