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Die Synagoge ist unser aller Zuhause

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Im vergangenen Jahr wurde in unserer Gemeinde viel über die Bornplatzsynagoge gesprochen, und obwohl der Neubau viel mehr als eine Synagoge sein wird, er wird eher ein Gemeindezentrum sein, ist dies auf jeden Fall die Gelegenheit, sich mehr mit dem Konzept der Synagoge zu beschäftigen. Und vielleicht ist auch ein neues Jahr – ein Neuanfang – eine Zeit, sich zu entscheiden, die Synagoge häufiger zu besuchen. Denn der Besuch der Synagoge ist gut und wichtig für den Besucher, aber auch für die Erziehung der Kinder.

Was machen wir in der Synagoge?

Die Synagoge ist, wie der Name schon sagt, ein Haus, in dem sich Menschen versammeln, um zum Schöpfer der Welt zu beten. An einem Wochentag beten wir drei Gebete:

Schacharit am Morgen, Mincha am Nachmittag und Ma‘ariv am Abend.

An Samstagen, Feiertagen und am Monatsanfang (Rosch-Chodesch) fügen wir ein zusätzliches Gebet hinzu, das als „Mussaf“ bekannt ist. Dieses Gebet symbolisiert das zusätzliche Opfer, das heutzutage im Tempel dargebracht wird.

 

Was wird von Ihnen im Gebet erwartet:

Das Gebet umfasst drei Hauptbestandteile:

Lob und Ehre für den Schöpfer der Welt, die schöne Schöpfung, die er geschaffen hat und seine unendliche Größe; eine Bitte, dass er uns mit all unseren körperlichen und geistigen Bedürfnissen versorgt (diese Bitten werden nur an Wochentagen ausgesprochen); und Anerkennung der Freundlichkeiten, die er uns erwiesen hat.

Welche Texte werden im Gebet gesprochen?

Bestimmte Teile werden vom Vorbeter und andere vom Kantor oder dem Tora-Leser gesagt; aber auch in diesen Teilen beteiligen sich die Besucher an „Amen“ und dergleichen.

Hier sind einige Beispiele für die Texte, die während des Gebets gesprochen werden:

Während aller Gebete wird der Kantor das Kaddisch sagen. Dies ist ein Gebet, das mit den Worten „Möge Gottes großer Name vermehrt und geheiligt werden“ beginnt und während des Gebets mehrmals gesprochen wird. In bestimmten Teilen des Gebets heißt es „Waisen-Kaddisch“, ein Kaddisch, das 11 Monate lang nach dem Tod eines Vaters oder einer Mutter sowie am Jahrestag ihres Todes rezitiert wird.

Bei allen Gebeten wird das Stehgebet gesprochen.

Dies ist ein Gebet, das im Stehen gesprochen wird – wie Sie sich vorstellen können – und flüsternd von den Vorbetern.

An Wochentagen umfasst das Gebet 19 Segnungen und an Samstagen, Feiertagen und Neuanfängen sieben Segnungen.

Bei allen Gebeten, au.er dem Abendgebet, wiederholt der Kantor das Gebet und spricht es laut aus.

In den Morgen- und Abendgebeten sprechen sie das Schma, den ewigen Ruf, „Höre Israel, der Herr, unser G-tt, der Herr ist eins“, mit dem die Juden seit Generationen lebten und für den sie ihr Leben gaben.

Montags und donnerstags, an Samstagen und Feiertagen, zu Monatsbeginn und an Fastentagen wird die Tora-Rolle aus der Tora- Schrank genommen und daraus gelesen.

 

Montags, donnerstags und am Schabbat wird die Parascha der Woche gelesen und an Feiertagen relevante Passagen aus der Tora für diesen Tag.

 

Beim Lesen der Tora werden verschiedene Personen mit „Aliyot“ geehrt. Menschen, die diese Ehre erhalten, werden „Olim LaTora“ genannt. Der „Ole“ nähert sich der Tora-Rolle, küsst sie und sagt einen besonderen Segen, danach liest der Tora-Rezitator einen Teil der Tora vor. Am Ende der Lesung spricht der „Ole“ einen weiteren Segen.

Es empfiehlt sich, die Zeit nach dem Gebet zu nutzen, um die Besucher, die regelmäßig teilnehmen, kennenzulernen. Es ist wichtig, dass Sie daran denken, dass, auch wenn Sie schon lange keine Synagoge mehr besucht haben, die Synagoge Ihnen wie jedem anderen Juden gehört. Fühle Sie sich zuhause!

Zum kommenden neuen Jahr möchte ich Ihnen und Ihrer Familie ein frohes neues Jahr wünschen, ein Jahr voller Gesundheit, Glück und Wohlstand! Schana Towa und Ktiwa weChatima towa!

 

Rabbiner Shlomo Bistritzky

Landesrabbiner der Freien und Hansestadt Hamburg

Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in Hamburg KdöR

 

Armin Levy

Gründer und Chefredakteur von Raawi Verlag